08.04.2018

Schockierend: neue Zahlen zum illegalen Handel

10 Schmuggler aus Spanien, Marokko und China wurden bei jüngsten Einsätzen durch Einheiten der spanischen und der portugiesischen Polizei verhaftet. Anlässlich dieser "Erfolge" verkündeten EUROPOL und SEPRONA auf einer Pressekonferenz am vergangenen Freitag, dass nach neuesten Schätzungen 100t oder 350 Millionen Glasaale jährlich nach Asien geschmuggelt werden. Das entspricht einem Viertel des Glasaalaufkommens an europäischen Küsten.

Andrew Kerr, Vorsitzender der Sustainable Eel Group (SEG): "{...} Während wir die Erfolge der Behörden durchaus begrüßen, weisen wir in aller Deutlichkeit darauf hin, dass diese schockierende Situation das völlige Versagen der Kontrolle (des Handels, Anm. d. Red.) durch die EU-Mitgliedsstaaten und die EU-Kommission aufzeigt. Wann sehen wir endlich den Willen, den Schmuggel aufzuhalten, in allen Ländern?"

Das Geschäftsmodell der Schmuggler ist lukrativer als das für Elfenbein und Kokain: Mit speziellen Plastikbehältern präparierte Koffer von etwa 30kg Gewicht oder 105.000 Glasaalen werden nach Asien geschmuggelt. Dort werden die Tiere ein Jahr lang gemästet und erzielen einen Wiederverkaufswert von 670.000 EURO. Der Gesamtwert der geschmuggelten Aale beläuft sich auf 2.3 Milliarden EURO.

Laut Auswertungen der SEG werden etwa 16% Glasaale illegal gefischt und geschmuggelt, 7% des legalen Fangs werden ebenfalls geschmuggelt - insgesamt etwa 100t.
70% des Gesamtaufkommens oder gut 300t erreichen die Flussmündungen und könnten aufsteigen, wenn nicht zahlreiche Querverbauungen diese Wanderung weitgehend unmöglich machen würden.

Deshalb hat der Anglerverband Niedersachsen Anfang diesen Jahres eine Presse-Erklärung der Sustainable Eel Group mitgezeichnet, die einen besseren Schutz des Europäischen Aals und dabei auch die sofortige Umsetzung der Durchgängigkeit für unsere Fließgewässer fordert.
Zusätzlich gab es ein Interview mit Florian Stein, wiss. Projektkoordinator der SEG, zu Möglichkeiten, den Aal vor dem Aussterben zu bewahren.

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Glasaale aus England für den Besatz des Dümmer Sees, Foto: F. Möllers / AVN

25.03.2018

Neue Minister offen für Erwartungen des AVN

Am 20. März war eine Delegation des AVN zunächst im Ministerium für Landwirtschaft (ML) und anschließend auch im Umweltministerium (MU) zu Gast.

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast als auch Umweltminister Olaf Lies zeigten sich bei den Antrittsbesuchen offen für die Belange der über 95.000 in unserem Verband organisierten Angler.

Zentrales Thema in beiden Gesprächen waren vielfach geplante und umgesetzte Angelbeschränkungen in Schutzgebieten und für die Folgenutzung von Bodenabbaugewässern (Baggerseen).
In beiden Häusern forderten Präsident Werner Klasing und Vizepräsident Heinz Pyka außerdem einen Ministerialerlass, der eine grundsätzliche Vereinbarkeit von Angeln und Naturschutz feststellt. Beide Minister sicherten diesem Anliegen eine wohlwollende Prüfung zu; zumal ein solcher Erlass für Jäger bereits seit Jahren existiert.

Beim Landwirtschaftsministerium bedankte sich der AVN für die gute Zusammenarbeit im Vorfeld der geplanten Novellierung des Nds. Fischereigesetzes, das in Kürze zur Beratung in den Landtag geht.

Mit beiden Ministern wurde - auch zu teilweise kontrovers diskutierten Themen wie Gewässerrandstreifen, Wasserkraftnutzung, Kormoranproblematik und schleppende Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie - ein weiterhin enger Dialog vereinbart.

Eine Pressenotiz aus dem ML finden Sie hier:
https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/ministerin_im_dialog/fischereiministerin-laedt-anglerverband-zum-antrittsbesuch-162900.html

2018 03 20 AVN Besuch MU

AVN-Delegation im MU, v.l.: Präsident Werner Klasing, Verbandsbiologe Dr. Thomas Klefoth, Minister Olaf Lies, Abteilungsleiter Naturschutz Kay Nitsche, Vizepräsident Heinz Pyka, Foto: R. Gerken / AVN

2018 03 20 AVN Besuch ML 02

Ministerin Barbara Otte-Kinast im Dialog mit Werner Klasing / AVN, Foto: Ministerium für Landwirtschaft

12.03.2018

Kormorane zählen - Fische schützen!

Aufgrund des späten Wintereinbruchs lastet seit Wochen ein starker Fraßdruck auf den Fischbeständen unserer Fließgewässer.
Außerdem sind große Wasserflächen im Ostseeraum noch vereist, und mehr Kormorane als sonst rasten, schlafen und fressen im Binnenland.
Umso wichtiger sind jetzt flächendeckende Zählergebnisse!

Sollten Ihnen Kormoranschlafplätze bekannt sein, beteiligen Sie sich bitte am 17./18. März an der landesweiten Schlafplatzzählung!
Zählbogen (PDF)
Zählbogen (WORD)
Hinweise zum Ausfüllen des Zählbogens (PDF)

Bitte senden Sie den Zählbogen spätestens bis zum 31.03.2018 per E-Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder per Post an den Anglerverband Niedersachsen, Brüsseler Straße 4, 30539 Hannover und/oder direkt an das mit der Kormoranzählung beauftragte Institut BIOS (Lindenstraße 40, 27711 Osterholz-Scharmbeck; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Um möglichst präzise Daten zu bekommen, sollten die Kormorane in den Abendstunden gezählt werden, wenn die Vögel ihren Schlafplatz aufsuchen / aufgesucht haben.
Die entscheidende Information ist die Gesamtzahl von Kormoranen am jeweiligen Schlafplatz.
Sollten es die Gegebenheiten vor Ort ermöglichen, zwischen Jung- (erkennbar am weißen Brustgefieder) und Altvögeln (schwarzes Brustgefieder) zu unterscheiden, sollte eine entsprechende Differenzierung erfolgen.

Unter all denjenigen, die ihre ausgefüllten Zählbögen an uns übermitteln, verlosen wir fünf Exemplare des Bildbandes
"Kormoran - Schwarzer Peter oder harmloser Vogel?" von GEO-Autorin Katja Trippel und GEO-Fotograf und AVN-Mitarbeiter Florian Möllers.

Bitten reichen Sie diese Informationen an alle potentiellen Kormoranzähler weiter.
Vielen herzlichen Dank für Ihre Mithilfe!

KOR 7000
Foto: © Florian Möllers

12.03.2018

Mitmachen - Tolle Preise winken!

Am vergangenen Freitag startete der Wettbewerb zum Gewässerschutz in Niedersachsen. Das Umweltministerium und die Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände richten den Wettbewerb bereits zum 5. Mal aus. Gewürdigt werden Maßnahmen, die Ökologie, Artenvielfalt, Struktur, Fließdynamik etc. eines Gewässers verbessern. Egal, ob ein Verein sie allein oder in Zusammenarbeit mit dem lokalen Unerhaltungsverband, der Stadt oder der Gemeinde umgesetzt hat - die Aktionen sollen landesweit als Beispiele für eine nachhaltige Bewirtschaftung und ökologische Aufwertung der Gewässer möglichst viele Menschen anspornen, sich ebenfalls für Niedersachsens Gewässer einzusetzen.

Wir rufen daher alle AVN-Mitgliedsvereine dazu auf, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen!
Die Teilnahme ist einfach und mit nur geringem Aufwand verbunden. Mehr Infos finden Sie auf folgender website:
http://www.wrrl-kommunal.de/index.php?id=2

Teilnahmeunterlagen können Sie bei der Kommunalen Umweltaktion U.A.N. unter der email Adresse:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (Herr Fabian Wolff) oder telefonisch unter 0511 30285 52 anfordern.
Teilnahmeschluss ist der 13. April!

Die prämierten Wettbewerbsbeiträge aus 2016 können Sie sich hier als PDF herunterladen:
http://www.wrrl-kommunal.de/index.php?id=12&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=759&cHash=9e517be7634af732c4963b2869cac16e

Der Schrimherr des Wettbewerbes, Umweltminister Olaf Lies, sagte zum Start des Projektes:
„Niedersachsen ist ein Wasserland, Bäche und Flüsse sind das ökologische Rückgrat unserer Landschaft. Wir wollen allen haupt- und ehrenamtlich Tätigen, die mit ihrem Wirken zur Verbesserung der Gewässer beitragen, die Möglichkeit bieten, mit ihren vielfältigen Projekten am Wettbewerb teilzunehmen. Mit dem Wettbewerb können gute Ideen, Kooperationen und innovative Lösungsansätze verbreitet und neue Maßnahmen zur Gewässerentwicklung initiiert werden, die den Schutz und die Verbesserung unserer Gewässer vorsehen."

In den Kategorien "Hauptamt" und "Ehrenamt" werden die Sieger im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung jeweils mit der "Goldenen Bachperle" ausgezeichnet. 2016 ging sie an den AVN-Mitgliedsverein, Angelsportverein Sachsenhagen e.V. (wir berichteten).

Geldpreise winken für weitere besonders gelungene Projekte. Die Niedersächsische BINGO Umweltstiftung vergibt einen Sonderpreis.

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Mitglieder des ASV Sachsenhagen an der Aue - Foto: © F. Möllers / AVN

09.03.2018

Will Svenja Schulze immer noch den Kormoran retten?

Die 49-Jährige ist Generalsekretärin der SPD in Nordrhein Westfalen und war 1997 die jüngste Landtagsabgeordnete in NRW. Die Münsteranerin schloss ihr Germanistik und Politikwissenschaften-Studium mit dem Magister ab und war im Kabinett von Hannelore Kraft sieben Jahre lang Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung.
Mehr auf Ihrer website.

Die kommende Legislaturperiode ist für die Zukunft des Natur- und Umweltschutzes in Deutschland sicher von herausragender Bedeutung. Viele übergeordnete Probleme, für die dringend eine politische Lösung gefunden werden muss, betreffen auch uns Angler, vom Insektensterben bis zum konstruierten Konflikt zwischen Angeln und Natura2000.

Wir sind gespannt, ob Frau Schulze diesen Herausforderungen gewachsen ist und fragen uns, wie Ihre Haltung zu einer nachhaltigen Naturnutzung und einem ausgewogenen ganzheitlichen Naturschutz aussieht.

2005 stellte sie sich als Landtagsabgeordnete auf die Seite des NABU (sie ist Mitglied) und wetterte gegen die damaligen Bestrebungen, den Kormoran in NRW stärker zu bejagen ("Svenja Schulze unterstützt Rettungsaktion"):
Zitat: "Die Population reguliert sich selbst, das ist doch bekannt."
Und: "Wer Artenschutz hinter die Interessen der Angler- und Fischerlobby stellt bedient nur dumpfe Ressentiments und handelt populistisch."
Weiter heißt es: "Zudem fordert die SPD-Landtagsabgeordnete alle Bürger auf, ihrem Beispiel zu folgen und ebenfalls die Aktionen des NABU zu unterstützen."
http://www.svenja-schulze.de/meldung.php?meldung=3531&page=53

Wir hoffen sehr, dass sie 13 Jahre später das Verhältnis "Kormoran und Fischbestände" etwas differenzierter betrachtet und sich als Bundesumweltministerin nicht vor Sachargumenten und Fakten verschließt.

In einem Interview der WELT vom 09.03.2018 sagt sie, sie habe vor:
"Industriepolitik, ökologische Politik und soziale Politik wirklich gemeinsam zu machen."
Die Zeitung bescheinigt ihr ein patentes Auftreten, schnörkellose Sprache und einen leichten Zugang zu den "einfachen Leuten".

Vielleicht kann ja der DAFV diese Qualitäten nutzen und im Dialog mit ihr und insbesondere ihren Mitarbeitern richtig wichtige Arbeit für die Angler leisten.


2018 03 09 KOR 7075

Foto: © Florian Möllers