13.06.2017

Größter Naturschutzverband Niedersachsens tagt in Rodenkirchen

Mit kleiner Verspätung aufgrund eines sehr willkommenen Foto-Termins für die regionale Presse eröffnete Präsident Werner Klasing die Mitgliederversammlung des Anglerverband Niedersachsen.

Nach der Begrüßung der Delegierten und Ehrengäste durch den Vorsitzenden des AV Stadland und Bezirksleiter des AVN, Klaus Bargmann, übernahm der Stellvertretende Bürgermeister von Stadland, Horst Mauritschat das Podium. Genauso wie nach ihm die Stellvertretende Landrätin, Ursula Schinski, schwärmte er von der schönen Landschaft in der Wesermarsch und ihren fischreichen Gewässern.

Staatssekretärin Almut Kottwitz (im Ministerium für Umwelt) lud die Angler in ihrem Grußwort ein, das Gespräch mit der Politik und dem Ministerium zu suchen. So könnten Probleme doch am besten aus der Welt geschafft werden. Die Kritik von Werner Klasing, dass der AVN sich seit Beginn der Amtszeit von Minister Stefan Wenzel mehrfach um einen Gesprächstermin bemüht habe, dieser aber immer wieder verschoben worden sei, überging die Bündnis90/GRÜNE-Politikerin.

Lutz Meyer, neuer Leiter des Dezernates Binnenfischerei beim Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), bedankte sich für die fachlich ausgesprochen kompetente und engagierte Zuarbeit seitens der Verbandsbiologen des AVN. Sein Dank galt auch allen AnglerInnen, die in ihren Vereinen so hervorragende Naturschutzarbeit an den Gewässern leisteten. Mit Blick auf die Kormoranverordnung kündigte er an, auf ausgewählte Vereine zuzugehen, die er um Unterstützung bei den Untersuchungen zur Wirksamkeit der aktuellen Verordnung bitten werde.

Wie zuvor Ursula Schinski und Almut Kottwitz bekannte sich auch Karin Logemann (SPD) zu einer Angelvergangenheit in Kindertagen und stellte heraus, wie wichtig es sei, dass junge Menschen beim Angeln Natur erleben und den Respekt vor ihren Mitgeschöpfen lernen würden. Sie bestellte außerdem Grüße ihres Abgeordnetenkollegen, Ronald Schminke, dem Sprecher für Fischereiangelegenheiten bei der SPD Niedersachsen.

Die unsäglichen Aktionen von PeTA gegen das Angeln und jüngst auch gegen Kinderangeln im Rahmen von Ferienpassaktionen verurteilte Dr. Gero Hocker in seinem Grußwort. Der FDP-Politiker und Angler stellte die Gemeinnützigkeit eines in seinen Ansichten derart extremen Vereins von nur neun ordentlichen Mitgliedern in Frage. Hier seien alle Parteien gefordert, weitere Haßtiraden gegen Kinder und Erwachsene zu verhindern.
Als Ehrengast, als lokaler Vertreter der FDP im Landtag und als Angler begrüßte Präsident Werner Klasing auch Horst Kortlang. Der Abgeordnete für den Wahlkreis Wesermarsch habe bereits vor etlichen Jahren seine Fischerprüfung abgelegt.

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Foto: F. Möllers / AVN

Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, MdL und am heutigen Tag auch Repräsentant der CDU, unterstrich die Wichtigkeit der Zusammenarbeit derjenigen, die Natur schützen, weil sie sie seit Jahrzehnten nachhaltig nutzen. Waldbesitzer, Imker, Jäger, Angler, Fischer - sie alle würden einen breiten Querschnitt der Gesellschaft repräsentieren, sich mit enormem Aufwand für die Natur einsetzen, sähen sich aber zunehmend der Willkür von Behörden und Politik ausgesetzt, die ihre angestammten Rechte beschneiden und sie bei der Ausübung ihrer Passion beschränken wollten.

Als Präsident des Deutschen Fischereiverbandes richtete Holger Ortel sein Grußwort an die Delegierten. Er betonte die Wichtigkeit eines starken Dachverbandes für die AnglerInnen in Deutschland.

Dr. Olaf Prawitt, Referent für Fischerei im Ministerium für Landwirtschaft, Harald Rohr, Vizepräsident des Landesanglerverband Sachsen-Anhalt und Tammo Meents, Vorsitzender der örtlichen Kreisjägerschaft, komplettierten die Liste der Ehrengäste.
Werner Klasing und Heinz Pyka teilten sich die dann folgenden verbandspolitischen Ausführungen. Letzterer stellte klar, dass noch längst nicht alle Kämpfe in Sachen Natura2000 ausgefochten seien. Nach der Ratifizierung der noch ausstehenden gut 200 Schutzgebiete würde die kritische Bewertung der nötigen Managementpläne für die neuen Gebiete den Verband vor erhebliche zeitliche und fachliche Herausforderungen stellen.
Ein Vortrag von Thomas Klefoth, Verbandsbiologe beim AVN, mit einem besonderen Fokus auf das aktuelle Großprojekt "Baggersee" beschloss den öffentlichen Teil der Versammlung pünktlich um 12.20 Uhr.

2018 findet die Mitgliederversammlung nördlich von Osnabrück statt, und zwar am 27. Mai.
Ausrichtender Verein ist dann die Niedersächsisch Westfälische Anglervereinigung (NWA), die 2018/19 ihr 100-jähriges Bestehen feiert.

Gegen 15.00 Uhr beendete Werner Klasing die Versammlung und bedankte sich noch einmal ausdrücklich für die gelungene Ausrichtung durch Klaus Bargmann und sein Team beim AV Stadland. Als Dankeschön überreichte Schatzmeister Günter Pöschl eine Barspende für die Jugendarbeit des Vereins.

Der AVN bedankt sich bei allen Delegierten, die zum Teil weite Anfahrten auf sich genommen und ihren Sonntag für den Verband verwandt haben.
Gleichermaßen geht unser Dank an die Ehrengäste und ihre sachlichen und positiven Beiträge.

07.06.2017

Angelverbote - Name, Logo, website neu - 2016 war was los!

Der zweite Jahresbericht im Magazinstil von Niedersachsens größtem Naturschutz- und Fischereiverband präsentiert einige der wichtigsten Ereignisse und Stationen des Verbandsjahres 2016.

Er steht ab sofort als PDF (16 MB) zum download bereit.

Wir wünschen viel Vergnügen bei der Lektüre und sind dankbar für Ihre Anregungen und Ihre Kritik.

GB2016 teaser web

Titel Geschäftsbericht 2016, Foto: Alexander Mustard

 

 

06.06.2017

Gemeinsame Exkursion auf der Havel

Der AVN, vertreten durch Präsident Werner Klasing, Vizepräsident Heinz Pyka, Ernst Otto und Thomas Klefoth, besuchte am 31. Mai das Havelprojekt des NABU Bundesverbandes.
Die gemeinsame Exkursion mit den NABU Verantwortlichen Rocco Buchta, Julia Mussbach, Sylke Bischoff und Dr. Kim Detloff diente dem Erfahrungsaustausch, speziell mit Blick auf das gemeinsame Projekt an der Aller im Rahmen der bundesweiten Aktion "Blaues Band" des Bundesministeriums für Umwelt.

An der Havel wurden und werden auf rund 100 km Flussstrecke Auenlandschaften geschaffen, Altarme angeschlossen und Steinpackungen entfernt. Erkenntnisse aus diesem Großprojekt und der zugehörigen Maßnahmen sollen auch auf die Aller in Niedersachsen übertragen werden.

Neben vielen faszinierenden Natureindrücken standen natürlich auch Gespräche über die Vereinbarkeit von Flussrenaturierungen und Angelnutzung im Mittelpunkt.
Im Brandenburger Teil der Havel darf trotz der umfangreichen Renaturierungsmaßnahmen vollständig geangelt und gefischt werden.
In Sachsen-Anhalt wird darum aktuell noch  gestritten.
Alle Beteiligten waren sich darüber einig, dass das Modell aus Brandenburg mit vollständiger Angelnutzung vorteilhaft ist und dieses auch an der Aller angestrebt werden muss.

Altarm2

Altarm der Havel

Entfernung Steinpackung

Entfernung der Steinpackung


Gruppe Boot2

Exkursionsteilnehmer, alle Fotos: Th. Klefoth / AVN