Meerforelle, Lachs & Co

Die Rückkehr der Meerforelle

Nur sehr selten gelingt es im Artenschutz, erheblich gefährdete oder gar ausgestorbene Arten in ihrer alten Heimat wieder anzusiedeln. Die erfolgreiche Wiederansiedlung der Meerforelle durch AVN Vereine im Einzugsgebiet der Elbe ist vor diesem Hintergrund umso beachtenswerter.

Über Jahrzehnte wurden Fließgewässerstrecken wieder instand gesetzt oder durch strukturverbesernde Maßnahmen aufgewertet.

Zigtausende Tonnen Kies und Hartsubstrat wurden in kleinen Bächen und Flüssen als Laichbetten eingebracht.

Millionen von Brütlingen der Meerforelle haben Angler in mühevoller Arbeit in selbst gebauten Brutanlagen großgezogen und ausgewildert.

Unzählige Gespräche mussten geführt werden mit Gemeinden, Unterhaltungsverbänden, Naturschutz- und Wasserbehörden, Landwirten, Anrainern, u.a..
Ein Mammutprojekt - und mit Recht ein Aushängeschild für die ehrenamtliche Naturschutzleistung der AnglerInnen in Niedersachsen.
Auf den homepages etlicher AVN Vereine finden Sie Informationen zu deren Artenschutzprogrammen für Wandersalmoniden.

"König der Fische" ohne Reich

Ähnliche große Anstrengungen und Mittel wurden auch für den Schutz und die Wiederansiedlung des Lachses aufgewendet.

Allerdings mit sehr bescheidenem Erfolg: Viel zu wenige laichreife Fische überwinden die zahlreichen Querverbauungen auf dem Weg in ihre Kinderstuben.


In Niedersachsen kümmern sich einigen Initiativen intensiv um den "König der Fische". Beispielhaft seien genannt die AOLG, die Aller-Oker-Lachsgemeinschaft e.V. und die AG Leine Lachs.

Mehr als nur eine umfassende Darstellung vieler deutschlandweiter Schutzbemühungen für Lachs und Meerforelle bietet die Seite "Wanderfische ohne Grenzen".

Problem: fehlende Durchgängigkeit

Der AVN kämpft auf politischer Ebene unter anderem darum, dass bestehende Wasserkraftanlagen mit funktionsfähigen! Fischwanderhilfen nachgerüstet und selbige auf diese Funktionsfähigkeit von Experten regelmäßig geprüft werden.
Darüber berichten wir auf dieser website und im AVN Newsletter.

Skurrile Wanderer

Einige AVN-Vereine engagieren sich ehrenamtlich beim Monitoring von Neunaugen, diesen genauso bizarren wie faszinierenden Vertretern aus der uralten Ordnung der Rundmäuler.

AnglerInnen kontrollieren im Winterhalbjahr täglich Reusenkästen an Querverbauungen von Weser, Aller und Leine. Sie zählen und vermessen die dort gefangenen Neunaugen und entlassen sie stromauf, damit sie ihre Wanderung fortsetzen können.

Drei Neunaaugen-Arten laichen in Niedersachsens Fließgewässern.
Zwei von ihnen steigen aus dem Meer (Meerneunauge, bis 1m Länge) oder großen Flüssen (Flussneunauge, ca. 30-45 cm Länge) in ihre Laichgewässer auf. Das Bachneunauge (< 30 cm) unternimmt im Vergleich dazu nur kurze Wanderungen innerhalb seines Geburtsgewässers.

Alle drei Arten sind in ihren Beständen stark gefährdet.

Für alle ist die Durchgängigkeit unserer Gewässer von lebenserhaltender Bedeutung.