Äsche

Bedrohte Schönheit in Niedersachsens Gewässern

Die große, prächtig gefärbte Rückenflosse ("Fahne") der Männchen, ihre "Stupsnase" und der besondere Duft, so gar nicht fischig ist, sondern ein wenig wie Thymian - unter Anglern gilt die Äsche als eine der schönsten heimischen Fischarten überhaupt.

Äschen besiedeln hierzulande mittelgroße Fließgewässer, die auch im Sommer nicht über 20°C warm werden. Bäche unter drei Meter Breite meiden sie ebenso wie große Ströme. Solche Bedingungen finden die Fische im norddeutschen Tiefland etwa in der Ilmenau aber auch in den Harzgewässern und bis in das Stadtgebiet von Hannover hinein.

Trotz Verbesserungen in der Wasserqualität und vielerorts intakter Lebensräume sind die Äschenbestände landesweit dramatisch zusammengebrochen.

Ein Grund ist der immense Anstieg der europäischen Kormoranbestände. Denn Äschen bilden im Winter häufig Schwärme und laichen auf Kiesbänken in flachen Freiwasserbereichen – eine leichte Beute für Kormorane. Die weichen auf Äschengewässer als Jagdrevier aus, sobald Stillgewässer oder größere Flüsse zufrieren. In wenigen Tagen kann ein Trupp Kormorane eine Laichfischpopulation der Äsche zunichte machen - auch in ökologisch intakten Bächen und Flüssen.

Neben dem erhöhten Fraßdruck durch Kormorane sind veränderte Gewässerstrukturen und der Gewässerausbau, die Versandung der Fließgewässer als Folge intensiver Landwirtschaft, Querbauwerke und Wasserverunreinigungen verantwortlich für den dramatischen Bestandsrückgang.

Viele Angelvereine engagieren sich für den Schutz der schönen Fische. Der Landessportfischerverband Niedersachsen e.V. initiiert mit Unterstützung eines Vereins (Fang von Laichfischen) und einem Fischzüchter (Vermehrung) ein Wiederansiedlungsprogramm. Strukturverbesserungen, die Schaffung von Laichplätzen und die Vermeidung hoher Sandeinträge sollen ebenfalls zum Schutz der Äsche beitragen.

Fischen für den Aufbau eines Zuchtstammes heimischer Äschen

Flyer "Äsche"