Schluss mit der Pest!

"Wasserpest" - so ein Name verheißt nichts Gutes.
Tatsächlich macht die Wasserpflanze, die vor etwa 150 Jahren auch nach Deutschland eingeführt wurde, ihrem schlechten Ruf in heimischen Gewässern alle Ehre: Bereits nach kurzer Zeit im Gewässer verdrängt sie charakteristische Unterwasserpflanzen in Standgewässern und kann nach wenigen Jahren flächendeckende Teppiche bilden. Armleuchteralgen, Laichkräuter und andere für Fische und andere Wasserlebewesen wichtige Nahrungs-, Aufwuchs- oder Deckungspflanzen haben keine Chance gegen die konkurrenzstarken Invasoren aus Kanada und Südafrika.
Ein erheblicher Verlust der Artenvielfalt, quer durch die Riege der Wasserlebewesen, ist häufig die Folge.

Aufgrund der Erkenntnisse aus zwei Pilotprojekten aus Irland und Bayern startete der AVN 2013 eine Serie von Experimenten mit Jutematten, die großflächig in betroffenen Gewässern ausgebracht wurden. Dank der großzügigen Unterstützung durch die Firma Reimann Emsdetten (http://www.reimann-emsdetten.de/de/) konnten die beteiligten AVN-Vereine günstig entsprechendes Material kaufen.

Neun Gewässer hat Projektleiter Dr. Thomas Klefoth ausgewählt.
Haben sich die Bahnen aus Jutegewebe mit Wasser vollgesogen sinken sie auf den Gewässergrund. Dort werden sie fixiert und unterdrücken durch den Ausschluss vom Licht das Wachstum der Wasserpest. Typische Unterwasserpflanzen können das Gewebe besiedeln und sollen dort aufwachsen.
Der große Vorteil des Naturmaterials Jute: es zersetzt sich vollständig im Wasser nach wenigen Jahren. Erste Ergebnisse erwartet der AVN-Verbandsbiologe im Frühjahr/Sommer 2016.

Das Projekt wird von der Niedersächsischen BINGO Umwelt Stiftung gefördert.

Wir bedanken uns herzlich bei der Firman Reimann, Emsdetten für die großzügige Unterstützung!

Wie man einige hundert Quadratmeter Jutegewebe auf den Grund eines Gewässers befördert, zeigt der Film von Journalist Olaf Schöllhorn.
Er hat im März 2016 das Ausbringen von Jutematten begleitet.
 

BINGO Umweltstiftung fördert LSFV Projekt

BINGO Projekt zur Bekämpfung der Wasserpest gestartet