Pressemitteilung, 03.02.2012 pdf icon

Zander aus Osteuropa breiten sich aus

Der Landessportfischerverband Niedersachsen e.V. warnt vor der Ausbreitung des osteuropäischen Wolgazanders (Sander volgensis). Die Gefahren einer Ausbreitung fremder Tier- und Pflanzenarten für die heimischen Ökosysteme sind häufig nicht vorhersehbar, Auswirkungen einer Ausbreitung aber fast immer negativ. Im Falle des Wolgazanders besteht insbesondere die Gefahr einer Verpaarung mit dem heimischen Zander, wie sie bereits im Plattensee in freier Wildbahn nachgewiesen wurde.
Eine solche Verpaarung kann zu einer genetischen Veränderung der Fischbestände führen. Sollte sich der Wolgazander vermehrt ausbreiten, könnte zudem eine völlig neue Nahrungskonkurrenz für den heimischen Zander und insbesondere auch den heimischen Flussbarsch entstehen, was zu schlechterem Wachstum und verringertem Reproduktionserfolg führen kann. Dies ist absehbar, weil eine erfolgreiche Fortpflanzung des Wolgazanders in deutschen Gewässern wahrscheinlich ist.

Während oberhalb der Wasseroberfläche Veränderungen der Flora und Fauna vergleichsweise schnell auffallen und publik werden, können sich fremde Fischarten im Schutze des Wassers häufig längere Zeit unbemerkt ausbreiten.

Bei dem Versuch einen der schmackhaften heimischen Zander zu angeln, wurden im Mittellandkanal und im Elbe-Seitenkanal im letzten Jahr vermehrt die kleinwüchsigen Wolgazander von Anglern erbeutet. Die Fische, welche ursprünglich im Einzugsgebiet von Wolga, Ural und Donau heimisch  sind, unterscheiden sich von den heimischen Zandern nicht nur in ihrer Größe, sondern zudem durch das Fehlen sog. Fangzähne im vorderen Kieferbereich, sowie durch deutlich stärker ausgeprägte Seitenstreifen. Um die Ausbreitung des Wolgazanders über den Mittellandkanal hinaus in die angrenzenden Einzugsgebiete von Elbe und Weser zu verhindern und möglichen Schaden für diese Ökosysteme abzuwenden, ist darauf zu achten, jeden gefangenen Wolgazander zu entnehmen. Egal welcher Größe und zu welcher Jahreszeit.

Jeder Angler im Bereich von Mittellandkanal und Elbe-Seitenkanal wird gebeten, auf das Infomaterial des Landessportfischerverbands Niedersachsen e.V. zu achten und eventuelle Fänge mit Ortsangabe  zu melden. Auf der Internetseite www.lsfv-nds.de finden sich zudem alle relevanten Informationen, insbesondere zu den wichtigsten Unterscheidungsmerkmalen zwischen Wolgazander und heimischem Zander. Gefangene Wolgazander können bedenkenlos verzehrt werden. Da die Unterscheidung der beiden Zanderarten problemlos ist, bleibt die Mitnahme untermassiger, also nicht geschlechtsreifer heimischer Zander weiterhin streng untersagt.

Ansprechpartner zum Wolgazander:
Landessportfischerverband Niedersachsen e.V.
Bürgermeister-Stümpel-Weg 1
30457 Hannover

Thomas Klefoth (MSc. Fischereiwissenschaften)    
Tel.: (0511) 357 266-20    
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