20.06.2018

Regierung setzt auf Eigenverantwortung der Angler

"Das ist ein Erfolg auf ganzer Linie - für alle Angler in Niedersachsen", so Werner Klasing, Präsident des Anglerverband Niedersachsen, in einem ersten statement.
Er begrüßt insbesondere die Aussage von Ministerin Barbara Otte-Kinast, dass der liberale Charakter des Gesetzes erhalten bleiben solle, und dass Natura2000-Gebiet an Gewässern und eine fischereiliche Nutzung sich in aller Regel nicht ausschlössen.

Hintergrund:
Der Nds. Landtag hat gestern die lange geplante Novelle des Niedersächsischen Fischereigesetzes mit großer Mehrheit verabschiedet.

Dabei folgten die Abgeordneten in einem zentralen Punkt der umfangreichen Stellungnahme des Anglerverbandes Niedersachsen (hier als PDF, 480kB).

Denn:
Ein erster Entwurf der damaligen rot-grünen Landesregierung sah vor, Besatzmaßnahmen zukünftig nur noch zuzulassen, wenn "Nachteile für die natürlichen Lebensgemeinschaften in dem Gewässer und für die Bewirtschaftung der Fisch- und Krebsbestände infolge des Besatzes auszuschließen sind."

Das hätte insbesondere in Schutzgebieten zu unkalkulierbaren Risiken in der Gewässerbewirtschaftung geführt.
Zumal die eigenverantwortliche Gewässerhege unter den Generalverdacht illegalen Handelns gestellt worden wäre.
Jeder Fischbesatz hätte somit im Zweifel als genehmigungspflichtiges Projekt im Sinne der FFH-Richtlinie ausgelegt und seitens einer kritischen Naturschutzbehörde versagt werden können.

Dieser Passus wurde aufgrund der AVN-Stellungnahme komplett gestrichen, so dass die bewährte und eigenverantwortliche Bewirtschaftung der Gewässer durch unsere Vereine weiterhin möglich bleibt!

Presse-Info des Ministeriums vom 20.06.2018
Barbara Otte-Kinast bekannte sich als zuständige Fachministerin in einer Presse-Information vom heutigen Mittwoch deutlich zum "Grundgedanken des sehr liberalen niedersächsischen Fischereirechts" und stellte klar, dass ihr Ministerium "weiterhin viel Wert auf Eigenverantwortung" lege: "Wir haben damit durchwegs gute Erfahrung gemacht."
Die Ministerin hob hervor, dass der Gewässerschutz eine fischereiliche Nutzung in aller Regel nicht ausschließt:
„In den meisten Schutzgebieten ist eine fischereiliche Nutzung mit den Schutzzielen sehr gut vereinbar.“

Der AVN bedankt sich für die gute Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsministerium und dem LAVES als Fischereifachbehörde, die uns bei zahlreichen Erörterungsterminen Gehör geschenkt haben.
Unser Dank gilt auch zahlreichen Landtagsabgeordneten, die den Gesetzesentwurf im Vorfeld mit uns diskutiert und schließlich in unserem Sinne mitgetragen haben!

Der nächste Schritt wird die Anpassung der Binnenfischereiordnung sein. Auch hier ist der AVN seit Monaten im Gespräch mit den Fachbehörden und der Politik.


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18.06.2018

Seminar zum Raubfischangeln

Am 23.06. findet zum ersten Mal der "World Fishing Day" statt.
Dutzende Angel-Events weltweit werden in Live-Streams über die Plattform von Fishing-TV übertragen.
Die einzige Veranstaltung in Deutschland findet an einem Gewässer der Niedersächsisch Westfälischen Anglervereinigung (NWA) im Landkreis Osnabrück statt.

Deutschlands prominenteste Anglerin, Babs Kijewski, wird vor Ort sein und gezielt auf Raubfische angeln. Dabei wird sie ein Filmteam begleiten.
Interviews gibt es außerdem mit Prof. Dr. Robert Arlinghaus (Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei) und Baggersee-Koordinator, Dr. Thomas Klefoth, Verbandsbiologe beim AVN. Die beiden werden vor Ort sein und über BAGGERSEE und die Maßnahmen des Projektes berichten.

Babs Kijewski bietet am Freitag, 22.06., von 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr, ein exklusives Raubfisch-Seminar für Mitglieder der NWA an.

Wir vergeben bis Donnerstag 30 Plätze an diejenigen, die uns über facebook oder per email (an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) zusammen mit ihrer NWA-Mitgliedsnummer! in ein oder zwei Sätzen schreiben, warum sie an dem Seminar teilnehmen möchten.

Bei mehr als 30 Anmeldungen entscheidet das Los.
Der Veranstaltungsort und weitere Infos werden den TeilnehmerInnen ab Donnerstag Mittag bekanntgegeben.

Wir wünschen viel Glück und viel Spaß!

Babs Kijewski Pike

Foto & ©: Babs Kijewski

05.06.2018

Stadt unterstützt Ferienpass-Angeln

2017 hatte die Stadt das Kinderangeln aus dem Ferienpass-Programm gestrichen; PeTA hatte die Aktionen für Kinder öffentlich aufs Korn genommen.
Das Angeln fand trotzdem statt.

Umso mehr freuen sich die Organisatoren, allen voran Dirk Sazalowski, über die Unterstützung durch die Stadt in diesem Jahr.

Am 11. Juli geht's für die Kinder zum Angeln nach Ibbenbüren.
Wer dabei sein möchte, kann sich noch bis zum 17. Juni anmelden.

Derweil hat die PeTA gestern wieder einmal schulische Angebote zum Angeln, diesmal "Angeln macht Schule" des Landesanglerverbandes Mecklenburg Vorpommern, als "Erziehung zur Grausamkeit" an den Pranger gestellt. Wir hoffen sehr, dass Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) ein deutliches Zeichen gegen diese Diffamierung des Angelns setzt und den Angeboten für Kinder und Jugendliche ihre volle Unterstützung zuspricht.


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Kinder angeln an einem See, Foto & ©: Florian Möllers

29.05.2018

Mitgliederversammlung des AVN 2018

"Ungerechtfertigte Beschränkungen des Angelns in Natura2000-Gebieten werden wir nicht hinnehmen. Eine renommierte Kanzlei prüft daher in unserem Auftrag aktuell mehrere Schutzgebietsverordnungen auf den Erfolg einer Normenkontrollklage." Klare Worte von Werner Klasing, Präsident des Anglerverband Niedersachsen e.V., in seiner Rede auf der Mitgliederversammlung am vergangenen Sonntag in Wallenhorst bei Osnabrück.

Vizepräsident Heinz Pyka erläuterte den mehr als 130 Delegierten und Ehrengästen aus der Lokal-, Landes- und Bundespolitik im Anschluss, dass mehr und mehr Untere Naturschutzbehörden versuchten, Angler aus der Natur auszusperren: "Da werden Absprachen nicht eingehalten und nach wie vor ohne fachliche Begründung Verbote ausgesprochen - so kann es nicht weitergehen!" Klasing und Pyka forderten die Politik noch einmal auf, die zuständigen Behörden deutlich darauf hinzuweisen, dass die EU lediglich eine unbürokratische Umsetzung ihrer Vorgaben für die Ausweisung bereits gemeldeter Natura2000 Gebiete fordere. Von Verboten und Beschränkungen für Naturliebhaber und -nutzer sei nicht die Rede.

Als großen Erfolg für die Verbandsarbeit wertete Pyka die Verabschiedung einer überarbeiteten Fassung des Nds. Fischereigesetzes durch den Agrarausschuss im Niedersächsischen Landtag in der vergangenen Woche. "Das Fischereigesetz ist KEIN Naturschutzgesetz wie der NABU es gerne darstellt", machte Pyka klar und nahm Bezug zu einer polemischen Pressemeldung des NABU Niedersachsen von letzter Woche. Der Verband hatte den Kürzeren gezogen als es darum ging, die Verpachtung von Gewässern auch für die klassischen Natruschutzverbände zu öffnen. "Alle AnglerInnen in Niedersachsen profitieren davon, dass unsere Verbandsbiologen im Verlauf der Novellierung immer wieder kompetente Stellungnahmen abgegeben und auf Misstände in den Formulierungsentwürfen hingewiesen haben." Die Eingaben des AVN seien im Ministerium und seitens des Dezernates für Binnenfischerei ausdrücklich gelobt worden. Unerklärlich sie ihm, dass der Sportfischerverband im Landesfischereiverband Weser Ems nicht ein einziges Mal auf die anglerfeindlichen Textentwürfe reagiert oder Stellung bezogen habe, so Pyka.

Zuvor hatte Martin Bäumer, Umweltpolitischer Sprecher der CDU im Nds. Landtag, den AnglerInnen des AVN den Dank der Regierungsparteien ausgesprochen für ihre Leistungen beim Schutz von Arten und Lebensräumen, aber auch für die immer sachlichen und ausgesprochen kompetenten Veröffentlichungen der Verbandsbiologen. Diese Beiträge seien ihm und vielen seiner Kollegen bei der Meinungsbildung zu fischereilich relevanten Themen eine große Hilfe.
Filiz Polat, Mitglied des Bundestages für die GRÜNEN und langjährige Landtagsabgeordnete im Landkreis Osnabrück, lobte die Integrationsarbeit der Angelvereine in Niedersachsen. Der ehrenamtliche Einsatz der AnglerInnen in Niedersachsen sei vorbildlich.
Als weitere Ehrengäste kamen Otto Steinkamp, Bürgermeister der Gemeinde Wallenhorst, Dr. Michael Lübbersmann, CDU, Landrat für den Landkreis Osnabrück, Clemens Lammerskitten, MdL CDU und Holger Ortel, Präsident Deutscher Fischerei Verband.

Leidglich einige formale Satzungsänderungen bestimmten den nicht-öffentlichen Teil der Versammlung. Sie wurden allesamt mit großer Mehrheit befürwortet, so dass die Delegierten vor 14.00 Uhr den Heimweg antreten konnten.

Ein herzliches Dankeschön! an die vielen Helfer auf Seiten des gastgebenden Vereins, der Niedersächsisch Westfälischen Anglervereinigung e.V.: Organisation, Verpflegung & Atmosphäre waren bestens!

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Eindrücke von der Mitgliederversammlung, Fotos: Florian Möllers / AVN

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Sitzungs des AVN-Gesamtvorstandes im Vereinsheim der NWA am Linner See.

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Projektleiter "Baggersee", Dr. Thomas Klefoth", erläutert das Anlegen der neuen Flachwasserzone am Linner See.

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Eingelegte und Frittierte Grundeln, Karpfenschinken, Gegrilltes - bereits am Samstag war alles perfekt organisiert.

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Schatten war dringend nötig, aber rar.


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Präsident Werner Klasing während seiner verbandspolitischen Ausführungen.


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Vizepräsident Heinz Pyka verteilte Lob für die Stellungnahmen der AVN-Verbandsbiologen zum Fischereigesetz.

29.05.2018

VON Betroffenen FÜR Betroffene

Stadthalle Walsrode, Freitag, 1. Juni um 19.30 Uhr, kostenlos

Referenten:
Prof. Dr. Albrecht Mährlein (Agrarökonom, Kiel): Was kostet der Naturschutz?
Dr. Helmar Hentschke (RA im Büro Dombert & Partner, Potsdam): Schutz von Eigentum und eigentumsgleichen Rechten - Was bei Schutzgebietsausweisungen zu beachten ist

Ziele des Abends für Jäger, Angler und Grundbesitzer:
a) Präsenz zeigen
b) Infos aus 1. Hand kommunizieren,
c) Einigkeit der Betroffenen herstellen
d) Tipps geben für das weitere Vorgehen
e) Sensibilisierung dafür, die Auslegung der Pläne nicht zu verschlafen und Einwände zu erheben

Hintergrund:
Mehr und mehr Entwürfe für Schutzgebietsverordnungen erreichen den AVN, in denen die Rechte von Anglern zum Teil massiv beschränkt oder das Angeln sogar komplett verboten werden soll.
Im Heidekreis kämpft der AVN seit Monaten mit Unterstützung der Vereine vor Ort um die Abwendung von zum Teil erheblichen und völlig ungerechtfertigten Angelverboten.
In den Kreisen Osterholz-Scharmbeck, im Landkreis Harburg und im Gebiet der Oberen Wümme sollen die Rechte der Angler ebenfalls gehörig beschnitten werden.
Zum Teil halten sich die Behörden noch nicht einmal an vorherige Absprachen, die bei persönlichen Gesprächen vereinbart wurden.

Der AVN prüft derzeit die Möglichkeit für Normenkontrollklagen mit Unterstützung eines sehr renommierten großen Anwaltbüros für Verwaltungsrecht.

Wer sich nicht informiert und seine Rechte für die Formulierung von Einwänden nicht kennt, wird sich womöglich schon bald ausgesperrt sehen aus der Natur.

Organisatoren:
Verband zum Schutz der Kulturlandschaft im Aller-Urstromtal e.V. im Landkreis Celle
Beteiligungs- und Pfelegverband im Landkreis Heidekreis (in Gründung)


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Collage Flyer Walsrode / AVN