29.06.2020

Höhere Fördersumme, bessere Kostenabdeckung

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasser, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat die Richtlinien für seine Förderung von Kleinmaßnahmen geändert.
Ab sofort und in diesem Jahr noch bis zum 17. Juli!!! können Anträge auf Förderung von "Kleinen Vorhaben" (vorher: "Kleinmaßnahmen") im Gewässerschutz eingereicht werden.

Neu:
Die Höchstgrenze der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben wurde von bisher 15.000 EURO auf jetzt 100.000 EURO / Projekt angehoben.
Für den Antragszeitraum bis 17.07. stehen insgesamt 750.000 EURO zur Verfügung.

Ausgaben für Material sind bis zu 100% zuschusssfähig, sonstige bis 90% (Eigenanteil - nicht zuwendungsfähig! - mind. 10%).

Förderfähig "sind "kleine Vorhaben", die eigenständig und in sich abgeschlossen sind, sowie die Zielerreichung der EG-WRRL unter lokalen bzw. regionalen Gesichtspunkten unterstützen.

Weitere Infos finden Sie auf der website des NLWKN.

Im September soll es laut Pressemitteilung einen weiteren Aufruf zu Förderungen geben, dann aus dem ELER-Programm des Landes.
Wir werden dann darüber berichten.

Falls Sie nicht sicher sind, ob Ihre Projekte förderfähig sind oder Hilfestellung brauchen beim Ausfüllen des Förderantrages oder der späteren Abwicklung, zögern Sie bitte nicht, uns anzurufen - wir unterstützen gerne!

Foto: © Florian Möllers (NLWKN-Kleinmaßnahme am Leckermühlbach im Landkreis Osnabrück)

FMO 180414 180644



24.06.2020

Studie liefert Meilenstein zur Fischverbreitung

Lange Zeit wurde vermutet - und eifrig weitererzählt - dass Fische wohl mit Hilfe von Wasservögeln neue Gewässer besiedeln.
Das Gerücht: Laich von Fischen oder gar Fischlarven würden im Gefieder und an den Beinen oder Schnäbeln von Wasservögeln haften und so über weite Strecken transportiert werden können - auch an neue Gewässer. Denn wie sollte es sonst möglich sein, dass Fische ohne jede Besatzaktivität selbst isolierte Wasserkörper erreichen und dort Populationen ausbilden können?
Beweise für diese These: nicht vorhanden.

In der aktuellen Ausgabe der Proceedings of the National Academy of Sciences, kurz: PNAS, einem der renommiertesten Fachjournale weltweit, legen ungarische Wissenschaftler Ergebnisse vor, nach denen Fischeier den Verdauungstrakt von Enten lebend passieren können.

Die Experimente wurden mit Stockenten als "Transportern" und Eiern von Karpfen und Giebeln durchgeführt.
Tatsächlich überlebten 0,2% der Eier den Verdauungsvorgang, so dass Jungfische aus ihnen schlüpfen konnten.
Klingt nach wenig? Angesichts der schieren Menge von Eiern vieler Fischarten und der großen Menge an Wasservögeln und ihren Bewegungen zwischen Gewässern aber ein nicht zu unterschätzender Anteil.

Die Studie liefert den ersten uns bekannten Beweis für die Neubesiedlung von Gewässern durch Fische mit Hilfe von Wasservögeln als Vektoren.

Hier geht's zur Veröffentlichung in den PNAS (auf englisch).

Foto: © Florian Möllers

FMO VÖG 01200


22.06.2020

EU-Kommissar fordert konsequente Umsetzung

Seit heute Abend ist es offiziell:
EU-Umwelt-Kommissar Sinkevičius bestätigte, dass er an Europas wichtigster Strategie zur Wiederherstelleung eines guten ökologischen Zustands in unseren Gewässern unbedingt festhalten will.
Jetzt müssten die erforderlichen Maßnahmen zur Erreichung der Ziele mit aller Macht umgesetzt werden.

Davon sind wir in Niedersachsen Lichtjahre entfernt: Nur 2% !!! unserer Fließgewässer sind in einem guten ökologischen Zustand.
Bis 2027 hat die Landesregierung Zeit, entsprechende Mittel bereitzustellen, um unsere Gewässer ökologisch aufzuwerten. Das würde auch bedeuten, dass den mehr als 7.000 verbliebenen Querverbauungen im Land endlich der Kampf angesagt und die Durchgängigkeit wieder hergestellt wird. Sonst droht nicht zuletzt ein kostspieliges Vertragsverletzungsverfahren seitens der EU.

Ein Bündnis aus zahlreichen Naturschutzverbänden in Europa, angeführt vom WWF, von mehreren Tausend Wissenschaftler*Innen und die Stimmen von mehr als 375.000 Bürgerinnen und Bürgern, hatten sich vehement für den Erhalt der Wasserrahmenrichtlinie eingesetzt. Vielen Dank an alle Beteiligten und Unterstützer!

Mehr Infos auf der Seite des WWF (auf englisch).

Foto: © Florian Möllers

FMO BE 20070521 11 50 25 3046

17.06.2020

Anglerverband legt Tätigkeitsbericht 2019 vor

Seit einigen Jahren liefert der Geschäftsbericht des AVN einen Überblick einer Auswahl von aktuellen Verbandsaktivitäten und Projekten.
Von Baggersee über NATURA2000, Äsche & Kormoran, bis zu Entwicklungen auf der Teichanlage oder an den Verbandsgewässern kann sich eine breite Öffentlichkeit über die Arbeitsfelder und aktuelle Probleme und Erfolge der Verbandsarbeit informieren.

Der Bericht steht hier zum Download bereit.

Wir wünschen eine spannende Lektüre.

Foto: Alveser See, AVN


AVN FMO 190416 165611

12.06.2020

Gewitterfurzer, Piepaal, Moorgrundel - ein erstaunlicher Fisch im Porträt

Aus der Einführung:
..."im Trüben fischen" - das ist oftmals leicht dahingesagt für alle möglichen offenbar hoffnungslosen Unternehmungen.
Fast zwei Jahre lang hat unser Verbandsbiologe Dr. Thomas Klefoth genau das in den Gewässern meiner Heimat Ostfriesland getan, im Trüben gefischt.
Torfig, gelb eingefärbt ist das Wasser in unseren Tiefs und Gräben und trotzdem Lebensraum und Rückzugsort für eine Vielzahl aquatischer Lebewesen - unter ihnen etliche bedrohte Fischarten.
Der "Piepaal", wie der Schlammpeitzger hierzulande häufig im Volksmund genannt wird, ist einer dieser seltenen und stark gefährdeten Vertreter. Er fühlt sich in den trüben, modrigen Gewässern Norddeutschlands ausgesprochen wohl. Kaum jemals zu beobachten, außer vielleicht im Schnabel eines Reihers, ist er kein Angelfisch, auch kein Speisefisch, und ohnehin, wie Thomas Klefoth leidvoll feststellen musste, selbst mit Reusen und anderen Fangtechniken kaum zu fangen.
{...} In der jetzt vorliegenden Publikation berichtet Thomas Klefoth aber nicht nur über das Projekt selbst; er hat nahezu alle bekannten Quellen aus mehreren Jahrhunderten zu dieser erstaunlichen Fischart zusammengetragen, ausgewertet und seine Erkenntnisse in diesem Bericht zusammengefasst.
Entstanden ist eine Monographie zum "Gewitterfurzer", die es in dieser Qualität und Informationsdichte im europäischen Raum noch nicht gegeben hat."

Unterstützt wurde das Projekt von folgenden Organisationen:
Niedersächsische BINGO-Umweltstiftung
Stadt Emden & Stadtwerke Emden
Bezirksfischereiverein für Ostfriesland
Landessportfischerverband Schleswig-Holstein
Schleswig-Holstein

Ihnen allen gilt unser herzlicher Dank!


Hier geht's zum download (PDF, 7MB)

Foto: © Florian Möllers

FMO 140531 012619