18.02.2018

Glasaal ist das neue Elfenbein

Die Sustainable Eel Group (SEG) veröffentlichte jüngst die aktuellen Zahlen zu Fang- und Handelsmengen Europäischer Glasaale.
Und die sind schockierend!


Im Januar 2018 erreichte der Preis für Glasaale aus Europa auf Asiens Märkten einen neuen traurigen Höchststand:
Mehr als 6.200 EURO wurden pro kg bezahlt!

Was bedeutet die immens gestiegene Nachfrage für den Erhalt der Art hier in Europa?
Was wird getan, um den illegalen Handel einzudämmen?
Und was können Angelvereine - und verbände tun, um ihren Teil zum Schutz des Aals beizutragen?

Diese und weitere Fragen stellte der AVN dem Wissenschaftlichen Projektmanager der Sustainable Eel Group (SEG), Florian Stein.
Er gab ausführlich Antwort und war außerdem so nett, die Pressemitteilung der SEG ins Deutsche zu übersetzen.
Denn diese Entwicklung, sagt der Experte, geht wirklich jeden Angler und Naturschützer in Deutschland an und muss verbreitet werden!

Das komplette Interview finden Sie hier zum download:
AVN-Experten-Interview: Aal vor dem Aus?

Die deutsche Fassung der SEG-Pressemitteilung können Sie hier herunterladen.


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Foto: © F: Möllers / AVN

04.02.2018

Verbände positionieren sich und fordern stärkere Beteiligung

Der AVN ist einer von sechs unterzeichnenden Verbänden, die der Landesregierung deutlich ihre Gesprächsbereitschaft bei der Umsetzung der Natura2000-Vorgaben der EU zugesichert haben.
Gleichzeitig fordert er zusammen mit der ZJEN (Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Niedersachsen), den Familienbetrieben Land und Forst, dem Waldbesitzerverband, dem Landvolk und der Landesjägerschaft Niedersachsen eine stärkere Beteiligung und die Berücksichtigung der Interessen der Eigentümer- und Nutzerverbände.

Aus dem Positionspapier:
Die neue Landesregierung hat in ihrer Koalitionsvereinbarung festgelegt, die bisherigen Vorgaben zu Natura 2000 zu überprüfen, die EU Vorgaben zu berücksichtigen und Grundschutz und Vertragsnaturschutz miteinander zu kombinieren."

Alle Verbände begrüßen diese Aussagen, nur mangele es häufig an der entsprechenden Umsetzung auf Seiten der Unteren Naturschutzbehörden. Man wolle die anhaltenden Beschränkungen der Bewirtschafung von Flächen und der Nutzung in Naturschutzgebieten nicht länger hinnehmen. Hier würden Rechte der Eigentümer und Nutzer nach wie vor massiv beschnitten.

Das gemeinsame Positionspapier ging an alle Niedersächsischen Landtagsabgeordneten und das Landeskabinett.

Für die aktuelle Umsetzung der Natura2000 Richtlinie fordern die Verbände:

  • die landesweite Grundschutzverordnung für Natura 2000-Gebiete (bedeutet eine massive Zeitersparnis für die Behörden und weniger Beschränkungen für die Eigentümer/Pächter/Nutzer)
  • Regelungen, die nicht über die Umsetzung der Vorgaben der EU hinausgehen
  • bisherige Unterschutzstellungserlasse sind aufzuheben!
  • eine bessere Einbindung der Eigentümer/Nutzer/Verbände in die weitere Ausweisungspraxis
  • der Erschwernisausgleich soll auch auf bestehende Landschaftsschutzgebiete ausgeweitet werden

Hier können Sie das Positionspapier herunterladen.

FMO 080401 072658

Foto: F. Möllers

02.02.2018

Angeln auf Wolfsbarsch ab sofort verboten!?

Wir bitten alle Angler nachdrücklich darum, die neue Vorgabe der EU zu befolgen (s.u.).

Einen Auszug der zugehörigen Verordnung können Sie hier herunterladen (bitte beachten Sie Artikel 9, Absatz 4).

Wir werden über etwaige Änderungen / Aufhebungen des  "Fangverbotes" natürlich sofort informieren.

Mehr dazu auch hier (auf deutsch):
http://www.consilium.europa.eu/de/press/press-releases/2017/12/13/council-agreement-on-2018-fishing-quotas-in-the-atlantic-and-north-sea/

AVN-Klarstellung (06.02.2018):
(1) Der Wolfsbarsch ist im deutschen Nordseeraum ab sofort ganzjährig geschützt.
(2) Gefangene Wolfsbarsche müssen unverzüglich zurückgesetzt werden.

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Leckerer Wolfsbarsch aus Irland, Oktober 2017, Foto: © M. Emmrich

11.01.2018

Geschäftsordnung und Jugendordnung online

Fertig zum download für alle Verantwortlichen im Verein und insbesondere für die Jugendleiter/Innen: die Geschäftsordnung für die Jugendhauptausschussitzungen und die Jugendordnung.


Hier geht's zum download.


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Foto: F. Möllers / AVN

10.01.2018

Der Stichling

Genauer gesagt, der Dreistachlige Stichling.
Die Wahl traf der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und in Abstimmung mit dem Verband Deutscher Sporttaucher (VDST).

Aus der Pressemitteilung des DAFV:
"Mit der Wahl zum Fisch des Jahres wollen DAFV, BfN und VDST zeigen, dass auch Kleinfischarten wie der Dreistachlige Stichling besondere Aufmerksamkeit verdienen. Sie wollen deutlich machen, dass sich hinter Fischarten wie dem Dreistachligen Stichling einzigartige Lebens- und Verhaltensweisen verbergen und damit den Blick für die vielen Besonderheiten unserer heimischen Fischfauna schärfen."

Steckbrief Dreistachliger Stichling
"Mit einer durchschnittlichen Gesamtlänge von fünf bis acht Zentimetern gehört der Dreistachlige Stichling zu den kleinsten heimischen Süßwasserfischen. Seine Verbreitung reicht von den küstennahen Gewässern bis in den alpinen Raum. Es wird zwischen einer stationären Süßwasserform  und einer wandernden Form unterschieden, die jährlich aus ihren marinen küstennahen Lebensräumen zum Laichen in die Unterläufe der Flüsse zieht. Im Salzwasser halten sich Dreistachlige Stichlinge insbesondere im Schutz ufernaher Unterwasserpflanzen auf. In den Binnengewässern werden pflanzenreiche Flachwasserzonen in Seen bzw. langsame fließende sommerwarme Fließgewässer bevorzugt.

Der als Schwarmfisch lebende Stichling verändert sein Verhalten zur Laichzeit grundlegend. Die Männchen suchen dann im ufernahen Flachwasser Brutreviere und verteidigen sie vehement gegenüber Artgenossen. Auch das Erscheinungsbild ändert sich. Die Brust färbt sich rot, der Rücken blaugrün und die Augen funkeln silberblau. Mit diesem „Hochzeitskleid“ signalisieren sie den Weibchen ihre Fruchtbarkeit. Innerhalb kurzer Zeit baut das Männchen aus Pflanzen- und Algenmaterial ein Nest auf dem Gewässerboden. Nähert sich nach vollendetem Nestbau ein laichbereites Weibchen lockt das Männchen es mit ruckartigen Bewegungen, dem so genannten „Zick-Zack-Tanz“, ins Nest, wo es zur Eiablage kommt. Nach Verlassen des Nestes folgt das Männchen und befruchtet die Eier. Anschließend verlässt das Weibchen das Revier und das Männchen übernimmt die Brutpflege. Mehrere Wochen beschützt das Männchen die Jungfische, bis mit zunehmender Größe der Jungfische der Pflegetrieb des Männchens langsam erlischt, und es seine auffälligen Körperfärbungen wieder verliert. Das auffällige Balzverhalten des Stichlingmännchens mit den nachfolgenden Instinktbewegungen von Männchen und Weibchen haben den Stichling zu einem einzigartigen Untersuchungsobjekt für die Verhaltensbiologie gemacht."

Hier können Sie den Flyer des DAFV zum Stichling herunterladen.

Interessant: In Österreich oblag die Wahl den Anglern.
Sie konnten aus folgenden Nominierten wählen: Hasel, Schneider, Barbe, Wels und Edelkrebs.
Mit knappem Vorsprung vor dem Edelkrebs wurde der Wels zum Fisch des Jahres 2018 gekürt.
http://www.fisch-des-jahres.info/?q=2018


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Foto & ©: Herbert Frei