09.03.2018

Will Svenja Schulze immer noch den Kormoran retten?

Die 49-Jährige ist Generalsekretärin der SPD in Nordrhein Westfalen und war 1997 die jüngste Landtagsabgeordnete in NRW. Die Münsteranerin schloss ihr Germanistik und Politikwissenschaften-Studium mit dem Magister ab und war im Kabinett von Hannelore Kraft sieben Jahre lang Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung.
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Die kommende Legislaturperiode ist für die Zukunft des Natur- und Umweltschutzes in Deutschland sicher von herausragender Bedeutung. Viele übergeordnete Probleme, für die dringend eine politische Lösung gefunden werden muss, betreffen auch uns Angler, vom Insektensterben bis zum konstruierten Konflikt zwischen Angeln und Natura2000.

Wir sind gespannt, ob Frau Schulze diesen Herausforderungen gewachsen ist und fragen uns, wie Ihre Haltung zu einer nachhaltigen Naturnutzung und einem ausgewogenen ganzheitlichen Naturschutz aussieht.

2005 stellte sie sich als Landtagsabgeordnete auf die Seite des NABU (sie ist Mitglied) und wetterte gegen die damaligen Bestrebungen, den Kormoran in NRW stärker zu bejagen ("Svenja Schulze unterstützt Rettungsaktion"):
Zitat: "Die Population reguliert sich selbst, das ist doch bekannt."
Und: "Wer Artenschutz hinter die Interessen der Angler- und Fischerlobby stellt bedient nur dumpfe Ressentiments und handelt populistisch."
Weiter heißt es: "Zudem fordert die SPD-Landtagsabgeordnete alle Bürger auf, ihrem Beispiel zu folgen und ebenfalls die Aktionen des NABU zu unterstützen."
http://www.svenja-schulze.de/meldung.php?meldung=3531&page=53

Wir hoffen sehr, dass sie 13 Jahre später das Verhältnis "Kormoran und Fischbestände" etwas differenzierter betrachtet und sich als Bundesumweltministerin nicht vor Sachargumenten und Fakten verschließt.

In einem Interview der WELT vom 09.03.2018 sagt sie, sie habe vor:
"Industriepolitik, ökologische Politik und soziale Politik wirklich gemeinsam zu machen."
Die Zeitung bescheinigt ihr ein patentes Auftreten, schnörkellose Sprache und einen leichten Zugang zu den "einfachen Leuten".

Vielleicht kann ja der DAFV diese Qualitäten nutzen und im Dialog mit ihr und insbesondere ihren Mitarbeitern richtig wichtige Arbeit für die Angler leisten.


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Foto: © Florian Möllers

08.03.2018

Brandung und Kutter - jetzt anmelden!

Der Anglerverband Niedersachsen lädt interessierte Anglerinnen und Angler aus seinen Mitgliedsvereinen herzlich ein zum Meeresfischen am 07.+08. April 2018.

Treffpunkt ist das Hotel "Nordpol" in Heiligenhafen, 15.30 Uhr am 07. April. Details entnehmen Sie bitte der Einladung.
Anmeldungen ab sofort über den Meldebogen an die AVN-Geschäftsstelle.

Bitte denken Sie vorab an die in Schleswig-Holstein nötig Fischereiabgabe.

Wir wünschen allen TeilnehmerInnen schöne Stunden am Wasser!

Einladung
Zeitplan
Meldebogen

 

Foto: shutterstock

21.02.2018

Mehrere 100.000 Larven auf der AVN-Teichanlage

Kurz vor Weihnachten hatte Verbandsbiologe Dr. Matthias Emmrich richtig Glück beim Quappenfang in der Aller bei Celle:
40 Laichfische gingen ihm in einer Nacht in die Reusen! Ohne die perfekte Unterstützung von Biologe und Fischkenner Jonas Rose und den Anglern des Fischereiverein Früh Auf Celle wäre dieser tolle Fang allerdings gar nicht möglich gewesen - herzlichen Dank dafür!
Die Elternfische wurden auf die AVN-Teichanlage verbracht, überstanden die Quarantäne bestens und laichten Mitte Januar ab.

"Da wir viele kleine und überwiegend männliche Tiere gefangen hatten, war nicht klar, wieviele Eier am Ende für unser Artenhilfsprogramm zur Verfügung stehen würden", erläutert Emmrich. Umso erfreuter war der AVN-Projektleiter, dass am Ende doch mehrere 100.000 Eier gelaicht und befruchtet wurden.

Die Reife in den Zugergläsern bei konstant 4°C Wassertemperatur verlief gut. Dieser Tage schlüpfen massenweise winzige (ca. 3mm) Larven aus den Eiern. Matthias Emmrich ist zufrieden: "Wir sind zuversichtlich, dass wir in einigen Wochen die ersten vorgestreckten Larven und später auch einige Tausend größere Jungfische für den Besatz anbieten können." Quappen sind als aktive Grundeljäger bekannt und können möglicherweise dazu beitragen, die Population der invasiven Schwarzmundgrundeln in geeigneten Gewässern kurz zu halten.


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Foto: Dr. Matthias Emmrich / AVN



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18.02.2018

Glasaal ist das neue Elfenbein

Die Sustainable Eel Group (SEG) veröffentlichte jüngst die aktuellen Zahlen zu Fang- und Handelsmengen Europäischer Glasaale.
Und die sind schockierend!


Im Januar 2018 erreichte der Preis für Glasaale aus Europa auf Asiens Märkten einen neuen traurigen Höchststand:
Mehr als 6.200 EURO wurden pro kg bezahlt!

Was bedeutet die immens gestiegene Nachfrage für den Erhalt der Art hier in Europa?
Was wird getan, um den illegalen Handel einzudämmen?
Und was können Angelvereine - und verbände tun, um ihren Teil zum Schutz des Aals beizutragen?

Diese und weitere Fragen stellte der AVN dem Wissenschaftlichen Projektmanager der Sustainable Eel Group (SEG), Florian Stein.
Er gab ausführlich Antwort und war außerdem so nett, die Pressemitteilung der SEG ins Deutsche zu übersetzen.
Denn diese Entwicklung, sagt der Experte, geht wirklich jeden Angler und Naturschützer in Deutschland an und muss verbreitet werden!

Das komplette Interview finden Sie hier zum download:
AVN-Experten-Interview: Aal vor dem Aus?

Die deutsche Fassung der SEG-Pressemitteilung können Sie hier herunterladen.


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Foto: © F: Möllers / AVN

04.02.2018

Verbände positionieren sich und fordern stärkere Beteiligung

Der AVN ist einer von sechs unterzeichnenden Verbänden, die der Landesregierung deutlich ihre Gesprächsbereitschaft bei der Umsetzung der Natura2000-Vorgaben der EU zugesichert haben.
Gleichzeitig fordert er zusammen mit der ZJEN (Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Niedersachsen), den Familienbetrieben Land und Forst, dem Waldbesitzerverband, dem Landvolk und der Landesjägerschaft Niedersachsen eine stärkere Beteiligung und die Berücksichtigung der Interessen der Eigentümer- und Nutzerverbände.

Aus dem Positionspapier:
Die neue Landesregierung hat in ihrer Koalitionsvereinbarung festgelegt, die bisherigen Vorgaben zu Natura 2000 zu überprüfen, die EU Vorgaben zu berücksichtigen und Grundschutz und Vertragsnaturschutz miteinander zu kombinieren."

Alle Verbände begrüßen diese Aussagen, nur mangele es häufig an der entsprechenden Umsetzung auf Seiten der Unteren Naturschutzbehörden. Man wolle die anhaltenden Beschränkungen der Bewirtschafung von Flächen und der Nutzung in Naturschutzgebieten nicht länger hinnehmen. Hier würden Rechte der Eigentümer und Nutzer nach wie vor massiv beschnitten.

Das gemeinsame Positionspapier ging an alle Niedersächsischen Landtagsabgeordneten und das Landeskabinett.

Für die aktuelle Umsetzung der Natura2000 Richtlinie fordern die Verbände:

  • die landesweite Grundschutzverordnung für Natura 2000-Gebiete (bedeutet eine massive Zeitersparnis für die Behörden und weniger Beschränkungen für die Eigentümer/Pächter/Nutzer)
  • Regelungen, die nicht über die Umsetzung der Vorgaben der EU hinausgehen
  • bisherige Unterschutzstellungserlasse sind aufzuheben!
  • eine bessere Einbindung der Eigentümer/Nutzer/Verbände in die weitere Ausweisungspraxis
  • der Erschwernisausgleich soll auch auf bestehende Landschaftsschutzgebiete ausgeweitet werden

Hier können Sie das Positionspapier herunterladen.

FMO 080401 072658

Foto: F. Möllers