08.01.2020

Negativbeispiel für den Artenschutz

Seit dem 01. Januar gilt die Neufassung der Niedersächsischen Kormoranverordnung.
Den Verordnungstext können Sie hier einsehen.

Insbesondere der wirksame Schutz für die Äsche im Spätwinter ist durch die Neufassung (Wegfall der Jagdzeit auf Altvögel im gesamten März) erheblich aufgeweicht, bzw. nahezu unmöglich gemacht worden!

Der AVN hat deshalb seinen Flyer: Kormoranvergrämung & Fischartenschutz neu aufgelegt.
Sie können ihn hier herunterladen (PDF).

Für Jäger, Angler & Teichwirte die wichtigste Erkenntnis der Evaluierung, aufgrund derer die Neufassung beschlossen wurde:
Das Töten/Vergrämen von Kormoranen ist ein unverzichtbares Management-Tool für den Erhalt gefährdeter Fischarten und der Teichwirtschaftskultur in Niedersachsen.

Das Vergrämen/Töten von Kormoranen zur
(1) Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden oder zum
(2) Schutz gefährdeter (Fisch)Arten
im Umkreis von 500 m um fischereilich bewirtschaftete/genutzte Gewässer / Gewässer für die ein Fischereirecht besteht
bleibt außerhalb von Schutzgebieten erlaubt.

Das Vergrämen/Töten von Jungvögeln bleibt ganzjährig mit den o.g. örtlichen Beschränkungen erlaubt.


Wichtige Änderungen:
(1) Zeitliche Beschränkung der Vergrämung:
Statt vom 01. August bis zum 31.03. eines Jahres dürfen adulte/ausgewachsene Kormorane nur noch vom
21. August bis 28. Februar eines Jahres geschossen werden.

Begründung der Staatlichen Vogelschutzwarte:
Aufgrund klimatischer Veränderungen habe sich die Brutperiode des Kormorane verlängert (früherer Beginn, späteres Ende).
Die Behörde schweigt darüber, welcher Anteil von Vögeln in Nds. an welchen Brutplätzen früher mit der Brut beginnt, bzw. erst spät mit der Brut beginnt (und aus welchen Gründen).
Dass auch Fische auf Klimaveränderungen reagieren, und bspw. Äschen früher laichen und ihre Gefährdung durch Kormoranfraß damit ebenfalls früher im Jahr beginnt, bleibt unerwähnt.

(2) Berichtspflicht:
Der zuständigen Jagdbehörde müssen nach Erlegen eines Kormorans folgende Daten gemeldet werden:

  • Gesamtzahl der erlegten Kormorane
  • Ort(e) der Abschüsse (Name Gewässer, Teichwirtschaft)
  • bei beringten Vögeln: Aufschrift des/der Ringe

Der AVN wird über die weitere Entwicklung berichten - gerade auch mit Blick auf das gemeinsame Artenschutzprojekt für die Äsche mit dem Fischereiverein Einbeck und der Universität Göttingen.


Hier die zugehörigen Originaltexte:

§ 1 Allgemeine Zulassung des Tötens und Vergrämens von Kormoranen

(1) 1 Zur Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden und zum Schutz der natürlich vorkommenden Tierwelt wird nach Maßgabe des Absatzes 3 und der §§ 2 bis 5 allgemein zugelassen, Kormorane (Phalacrocorax carbo) abweichend von § 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG durch Abschuss zu töten.
2 Die in den §§ 4 und 5 genannten Personen sind verpflichtet, die getöteten Tiere in Besitz zu nehmen, um sie ordnungsgemäß zu entsorgen.  
3 Nach Satz 1 getötete Kormorane sind von den Besitzverboten des § 44 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 BNatSchG ausgenommen.  
4 Die Vermarktungsverbote des § 44 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 BNatSchG bleiben unberührt.


(2) Zur Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden und zum Schutz der natürlich vorkommenden Tierwelt wird abweichend von § 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG nach Maßgabe des Absatzes 3 und der §§ 2 und 3 allgemein zugelassen, dass Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter des Gewässers einer Teichwirtschaft oder eines oberirdischen Gewässers, in dem ein Fischereirecht nach § 1 Abs. 1 des Niedersächsischen Fischereigesetzes (Nds. FischG) besteht, Kormorane vergrämen

(3) 1 Bei der Durchführung einer Maßnahme nach Absatz 1 oder 2 ist die erhebliche Störung von Tieren anderer besonders geschützter Arten zu vermeiden.  
2 Als Munition darf Bleischrot nicht verwendet werden.  
3 Das Jagdrecht, das Tierschutzrecht, das Waffenrecht sowie § 4 der Bundesartenschutzverordnung bleiben unberührt.

§ 2 Örtliche Beschränkungen

(1)  1 Die Zulassungen nach § 1 sind beschränkt auf Kormorane, die sich auf, über oder näher als 500 Meter an dem Gewässer einer Teichwirtschaft oder an einem oberirdischen Gewässer befinden, in dem ein Fischereirecht nach § 1 Abs. 1 Nds. FischG besteht.  2 § 1 Abs. 3 Nds. FischG findet keine Anwendung.

(2) Von den Zulassungen nach § 1 ausgenommen sind Kormorane

1. in einem befriedeten Bezirk im Sinne des § 9 des Niedersächsischen  Jagdgesetzes (NJagdG) mit Ausnahme der nach § 9 Abs. 2 Nr. 3 NJagdG befriedeten Flächen,
2. in einem Nationalpark, einem Naturschutzgebiet oder dem Gebietsteil C des Biosphärenreservats „Niedersächsische Elbtalaue“ und
3. in einem nach § 25 Satz 2 des Niedersächsischen Ausführungsgesetzes zum Bundesnaturschutzgesetz bekannt gemachten Gebiet.

(3) Verbote in Rechtsvorschriften zur Unterschutzstellung von Teilen von Natur und Landschaft bleiben unberührt.
 

§ 3 Zeitliche Beschränkungen

(1)  1 Die Zulassung nach § 1 Abs. 1 ist beschränkt auf die Zeit vom 21. August bis zum 28. Februar und auf die Tageszeit zwischen einer Stunde vor Sonnenaufgang und dem Sonnenuntergang.  
2 Abweichend von Satz 1 dürfen immatur gefärbte Kormorane, die als solche sicher zu erkennen sind, ganzjährig getötet werden.

(2) Die Zulassung nach § 1 Abs. 2 ist beschränkt auf die Zeit vom 21. August bis zum 28. Februar.

 

Foto: © Florian Möllers

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07.01.2020

Jetzt mit eigenem Projekt bewerben!

Zum sechsten Mal ruft Niedersachsens Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, Olaf Lies, zur Teilnahme am Gewässerwettbewerb „Bach im Fluss“ auf.
Der Wettbewerb "würdigt die vielen kleinen und großen Maßnahmen, die zum Schutz und der Verbesserung der ökologischen Qualität der Gewässer in Niedersachsen beitragen und rückt diese in das Licht der Öffentlichkeit", heißt es in der Pressemeldung.

Und weiter: „Bäche und Flüsse verbinden alles miteinander. Zusammen mit den Auen erfüllen sie wichtige Funktionen für Flora und Fauna und den Hochwasserschutz“, so Lies. „Sie sind wichtiger Bestandteil unseres Landes und des Landschaftsbildes. Der Einsatz und das Engagement, mit dem sich unterschiedliche Akteure in Niedersachsen der Gewässerentwicklung widmen, verdient hohe Anerkennung. Mit dem Wettbewerb möchten wir dieses Engagement auszeichnen.“

In den Katergorien Hauptamt und Ehrenamt werden die Gewinner mit der "Niedersächsischen Bachperle" ausgezeichnet.
Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung vergibt außerdem einen Sonderpreis. Geschäftsführer Karsten Behr: „Ich wünsche allen Akteuren viel Spaß und Erfolg bei der Teilnahme und freue mich, die Gewinner des Wettbewerbs bei der Preisverleihung im Herbst persönlich zu begrüßen!“

Träger des Wettbewerbs sind das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz sowie die Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen Spitzenverbände.

Die Kommunale Umwelt-AktioN UAN betreut als Geschäftsstelle den Wettbewerb.

Interessierte Vereine wenden sich bitte an:
Nora Schmidt (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!), Telefon: 0511 / 30285-52

Auf der website der UAN finden Sie weitere Informationen zum Wettbewerb
und hier die Broschüren der vergangenen Wettbewerbe.

Im Geschäftsbericht für das Jahr 2016 haben wir die damaligen Gewinner der "Goldenen Bachperle" in der Kategorie Ehrenamt, den Angelsportverein Sachsenhagen, mit ihrem Gewinnerprojekt vorgestellt.
Den Bericht können Sie hier herunterladen.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Teilnahmeschluss ist der 15. April 2020.

Foto: Florian Möllers

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07.12.2019

Ehrenamtlicher Einsatz für Grundschüler in ganz Niedersachsen

Niedersachsens Kultusminister, Grant Hendrik Tonne, überreichte am Samstag auf der Pferd & Jagd den TeilnehmerInnen der großen Umweltbildungsinitiative "Erlebnis Natur - Ist doch Ehrensache" ihre Zertifikate. Jeweils 23 Stunden wurden die Angler und Jäger von erfahrenen Umweltpädagogen der Regionalen Umweltbildungszentren und Mitarbeitern des SchubZ Lüneburg gecoacht und auf ihre Unterrichtsprogramme mit Grundschülern vorbereitet. Außerdem stand ihnen extra für dieses Projekt entwickeltes Lehr- und Unterrichtsmaterial zur Verfügung. Zu Zweit mussten die Ehrenämtler dann zwei Vormittage von je etwa 3 Stunden Dauer mit SchülerInnen der 1-.-4. Klassen gestalten, selber organisieren und durchführen.

Als Anerkennung für ihren großen ehrenamtlichen Einsatz und die erfolgreiche Teilnahme erhielten mehr als 60 der insgesamt 98 TeilnehmerInnen auf der Messe jetzt entsprechende Zertifikate. 

Der Kultusminister, gleichzeitig Schirmherr der Bildungsinitiative, dankte den Naturexperten und lobte die Initiative als "innovativ" und "vorbildlich".

Großzügig gefördert durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung konnten 98 Jäger und Angler aus ganz Niedersachsen für Naturerlebnisprogramme mit Grundschülern in sechs Regionalen Umweltbildungszentren ausgebildet werden. Das Projekt fördert insbesondere die Zusammenarbeit von Anglern und Jägern in der Umweltbildung. Viele hatten ihre Bildungsprogramme im "gemischten Doppel" durchgeführt.

Vor der Verleihung fand auf Wunsch der TeilnehmerInnen ein Netzwerktreffen statt, um das Teamwork von Anglern und Jägern weiter zu unterstützen. Der Termin für ein weiteres Treffen steht schon fest: 14. März im Jagdschloss Springe.

Die drei beteiligten Verbände und das Schubz Lüneburg wünschen sich eine Fortsetzung von "Erlebnis Natur" und die Ausbildung von weiteren 100 Ehrenamtlichen im kommenden Jahr.
Wer teilnehmen möchte, melde sich bitte in der Geschäftsstelle der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V., des Landesfischereiverband Weser-Ems e.V. und des AVN oder direkt beim Schubz Umweltbildungszentrum Lüneburg.

Herzlichen Dank an alle TeilnehmerInnen und viel Spaß und Erfolg bei der Bildungsarbeit!

Fotos: Florian Möllers / AVN

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01.12.2019

AVN-Artenschutzprojekt: NDR und dpa berichten

Coole Fische braucht das Land! Am 1. Advent verbrachten AVN-Verbandsbiologe, Dr. Thomas Klefoth, und Fischereiaufseher des Bezirksfischerei Verband für Ostfriesland, BVO, 1.200 Schlammpeitzger aus der diesjährigen Zucht in Gewässer rund um Emden. Das Fangen und die Nachzucht der bedrohten Art gestalteten sich anfangs schwierig. Erst im dritten Jahr konnte jetzt eine ausreichend große Anzahl Jungfische in Gewässern in und um Emden wieder ausgewildert werden.

Die etwa 10-12 cm langen Jungfische sind die Nachkommen von 13 Elterntieren, die mit Unterstützung durch die Fischerfamilie Endjer in Reusen gefangen und anschließend erfolgreich vermehrt wurden.
Gestern Abend zeigte der NDR in "Hallo Niedersachsen" um 19.30 Uhr einen Beitrag zur Artenschutzmaßnahme des AVN.
Auch die dpa war vor Ort - das Medienecho war entsprechend groß von Traunstein bis Hamburg.

Unterstützt haben das Projekt die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung, die Stadtwerke und die Stadt Emden und des BVO.

Der Schlammpeitzger ist eine stark gefährdete Rote Liste Art, über deren Verbreitung und Lebensweise nur wenig bekannt ist.
"Piepaal" oder "Gewitterfurzer" nennt ihn der Volksmund, weil der Fisch bei Sauerstoffmangel Luft atmen, daraus Sauerstoff gewinnen kann und sie über den Darm als "piep" oder "pups" wieder abgibt.

Richtig coole Fische - das Projekt soll fortgesetzt werden - auch anderswo in Niedersachsen.

Fotos: Florian Möllers / AVN

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22.11.2019

AVN wieder in Halle 19, C77

Angler aus Niedersachsen sind herzlich eingeladen, die Angelmesse auf der Pferd & Jagd vom 05. - 08. Dezember zu besuchen!

Die Messeleitung gewährt Anglern auch diese Jahr wieder schicke Rabatte:
Für online-Besteller, Code: PuJ19-partner auf der Ticket-Seite eingeben
Für die Messekasse: Fischereischein oder Fischerprüfungszeugnis oder anderen geeigneten Nachweis mitbringen

Wie 2018 finden Sie den Stand des AVN in Halle 19, direkt neben der großen Aktionsbühne der Landesjägerschaft Niedersachsen.
Zusammen mit dem FV Hannover und den Firmen "Fishing-King" und "hejfish" bespielen wir eine Fläche von fast 100 m2.

Aktionen/Themen am Stand:

  • Große Schau-Aquarien
  • Anglertreff
  • Rallye Station "Erlebnis Natur", Thema: "Äschenregion" für Kinder
  • Foto-Aktion für kleine und große Fisch-Fans: Mein Lieblingsfisch & ich
  • Fisch-Experten des AVN vor Ort

Die Aktion "Unbekannte Unterwasserkrabbler" muss leider ausfallen.

Für Kinder gibt es aber die große "Erlebnis Natur"-Rallye auf der Diorama-Fläche der Landesjägerschaft vor der großen Aktionsbühne - nicht verpassen!

Rund um den AVN-Stand präsentieren Top-Hersteller Ausrüstung für Fliegenfischer, Meeresangler, Karpfen-Spezialisten und viele andere mehr. Angel-Guides stellen ihre Angebote vor, und Fliegenbinder und Rutenbauer zeigen ihre Kunst. Am Stand von Marlo-Flyfishing gibt es erstmals eine Drillmaschine für Fliegenfischer.
Und: Profi-Angler referieren täglich im Angler-Forum von Torsten Ahrens zu spannenden Themen aus der Praxis.

Mit dabei sind:

  • Michael Kahlstadt
  • Enrico di Ventura
  • Veit Wilde
  • Benedikt Götzfried
  • Torsten Ahrens
  • Rico Streul
  • Markus Pelzer
  • Thomas Klefoth & Matthias Emmrich (beide AVN)


Am Samstag findet um 12.30 Uhr auf der Aktionsbühne die Verleihung der Zertifikate für die Teilnehmer der Umweltbildungsinitiative "Erlebnis Natur" statt.
Zusammen mit den Präsidenten der drei beteiligten Verbände überreicht Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne die Urkunden an Angler und Jäger aus ganz Niedersachsen.

Die Messe ist von Donnerstag bis Sonntag täglich von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet.

Weitere Attraktionen, Hallenpläne und Anfahrtswege finden Sie hier.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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