05.11.2020

Arbeitseinsätze, Prüfungen & Kurse unter Auflagen gestattet

Das Niedersächsische Ministerium für Landwirtschaft hat seine Corona-Bestimmungen aktualisiert und verweist auf seine FAQ-Antworten, was das angeln Gehen, Abhalten von Kursen und Prüfungen und den Betrieb von kommerziellen Angelteichen angeht.
Unten finden Sie die relevanten Textbausteine der website des Ministeriums.

 
 

Nachfolgend die Antworten des Ministeriums im Wortlaut:

Bleibt das Angeln grundsätzlich erlaubt, sofern die Leitlinien zur Beschränkung sozialer Kontakte beachtet werden?

Es wird grundsätzlich darauf hingewiesen, dass alles dafür getan werden muss, einen unkontrollierten Anstieg der Fallzahlen zu verhindern und das Gesundheitssystem leistungsfähig zu halten. Dies dient neben dem persönlichen Schutz vor allem auch dem Schutz der Allgemeinheit.

Die Niedersächsische Corona-Verordnung zielt ausdrücklich auf die Unterbindung sozialer Kontakte ab. Es handelt sich dabei nicht um eine pauschale Ausgangssperre, Bewegung im Freien und an der frischen Luft soll weiterhin möglich sein, solange die jeweiligen Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden.

Für gewerbliche Angelseen und –teiche gilt nach derzeitigem Sachstand, dass „Angebote des Freizeit- und Amateursportbetriebs auf und in öffentlichen und privaten Sportanlagen“ untersagt sind.
„Die sportliche Betätigung im Rahmen des Individualsports allein, mit einer weiteren Person oder den Personen des eigenen Hausstands auf und in diesen Sportanlagen“ bleibt aber weiterhin zulässig.

Der Betrieb von gewerblichen Angelteichen kann somit unter zwingender Einhaltung aller Regeln der Verordnung beibehalten werden, solange einzeln und nicht in Gruppen geangelt wird und ein Hygienekonzept vorliegt.


Sind eine Ausbildung und die Durchführung von Anglerprüfungen zulässig?

Nach § 54 Abs. 3 Nr. 3 FischG ist in Niedersachsen die Abnahme der Fischerprüfung auf anerkannte Landesfischereiverbände übertragen.
Im Sinne der Niedersächsischen Corona-Verordnung stehen diese damit hinsichtlich der Fischerprüfung und der dafür notwendigen Ausbildung einer privaten Bildungseinrichtung gleich. Die Angebote sind grundsätzlich zulässig – unter Beachtung von Hygiene- und Abstandsregelungen.



Was ist mit Arbeitseinsätzen für Natur-, Fisch- oder Gewässerschutz?

Arbeitseinsätze für den Natur-, Fisch- und Gewässerschutz am Gewässer sind zulässig und höchst dankenswert.
Allerdings muss bitte weiterhin das Abstandsgebot von mindestens 1,5 Metern zu jeder anderen Person, die nicht zum eigenen Hausstand gehört, eingehalten werden und es darf nicht zu Ansammlungen von Personen aus mehr als zwei Haushalten kommen.


Es wird grundsätzlich darauf hingewiesen, dass weiterhin direkte physische Kontakte zu anderen Menschen, die nicht zu den Angehörigen des eigenen Hausstandes gehören, auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren sind.


Inwiefern dürfen Kinder- und Jugendliche noch angeln?

Das Angeln für Kinder und Jugendliche ist als Individualsportart zulässig, also nur alleine oder mit einer weiteren Person oder den Personen des eigenen Hausstandes.


Foto: F. Möllers / AVN

FMO 181006 100900

23.10.2020

Kleinfische schützen? Klar! Aber wie - und wo?


Der ASV Luthe von 1969 e.V. macht's vor:
Gefördert von der HIT Umwelt- und Naturschutzstiftung GmbH sollten fast 7.000 Karauschen (Rote Liste 2) besetzt werden.
Aber nicht nur in Vereinsgewässer, sondern in Regenrückhaltebecken in Hannover und Garbsen.
Die Stadtentwässerung Hannover war auf Anfrage bereit, solche Kleingewässer zur Verfügung zu stellen.
Das Ziel: Vermehrung von Fischen aus dem Aller-Leine-Weser Stamm zur genetischen Sicherung und Abgabe von Jungfischen für Wiederansiedlungsmaßnahmen anderer Vereine.
Nach ausgiebigem Elektrofischen durch den AVN in mehreren Becken, blieben zwei ohne "Fremdfische" (z.B. Giebel, Goldorfe, Koi...) übrig.
Der Clou: Die Gewässer sind umzäunt. Das macht es wohlmeinenden Teichfischbesitzern schwer, ihre Schützlinge dort zu "entsorgen".

Tolles Projekt, Nachahmung unbedingt empfohlen!

Fotos: © ASV Luthe von 1969 e.V.

2020 10 23 ASV Luthe Karauschenbesatz 2
2020 10 23 ASV Luthe Karauschenbesatz

12.10.2020

AVN zur Anhörung im Landtag

AVN-Präsident, Werner Klasing, und unser Gewässerschutzexperte, Ralf Gerken, hatten ein umfangreiches Positionspapier im Gepäck zur Anhörung beim Umweltausschuss im Nds. Landtag.

Darin begrüßen wir einerseits den Gesetzesentwurf zum Niedersächsischen Weg, machen aber genauso klar, dass er beim Thema Fischarten- und Gewässerschutz noch große Lücken hat.

Zwei Themen beschäftigen uns besonders:

Wasserkraft
In der Präambel zum Nds. Weg taucht der Begriff auf, konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie der EU sucht man aber im Gesetzesentwurf vergeblich.Der AVN hat konstruktive Vorschläge formuliert, deren Umsetzung zur Zielerreichung der EU-Vorgaben bis 2027 maßgeblich beitragen würde.
Darunter auch die Forderung, dass sämtliche Wanderhindernisse an überregionalen Fischwanderrouten beseitigt werden müssen und eine Wasserkraftnutzung an diesen Gewässern zu unterbleiben hat.
130.000 km neue Randstreifen
Die Einrichtung von Randstreifen ohne Düngung und Pestizideinsatz auch an Gewässern 3. Ordnung (3m) ist ein Meilenstein für den Gewässer- und Fischartenschutz!
Es bedarf aber einer erheblichen Personalausstattung, um auch den Vollzug zu gewährleisten. Der ist aktuell schon bei den Gewässern 2. Ordnung nicht gegeben. Hier fordert der AVN die Landesregierung auf, die notwendigen Sach- und Personalmittel in der Fläche und in vollem Umfang bereitzustellen.

08.10.2020

Region Hannover tritt Sachargumente und Demokratie mit Füßen!

 
AVN wird Klage der Betroffenen Vereine unterstützen
 
Das NATURA2000 Gebiet "NSG Leineaue zwischen Hannover und Ruthe" kommt, und zwar nahezu unverändert: dank der Stimmen der CDU und der SPD!
Unten stehende Argumente wurden den Politikern unter anderem vorgelegt, um zum Beispiel die fachlichen Einwände der ausführlichen AVN-Stellungnahme (S. 90 - 181) abzulehnen:

NACHTANGELVERBOT (S. 33 ff.): Als Kronzeuge für das Verbot im südlichen Bereich des Gebietes wird der Kommentar eines Anglers in einem privaten Online-Angelforum angeführt, der sich nicht ohne Ironie als "Fledermaushasser" ausgibt, weil sich Fledermäuse in seinen Schnüren verfangen.
Weitere Begründungsansätze ja, aber fachlich nicht nachvollziehbar.

ANGELVERBOTE (S. 141 f.): Die vom Umweltministerium formulierte Forderung, dass fischereiliche Einschränkungen in NGSs „vom Schutzzwecke her unbedingt erforderlich“ sein müssen, wird von der Region als „unzutreffend“ abgehandelt.

ANGELVERBOTE (S. 158) an Teilen der Leine allgemein, überaus kreativer Teil der Begründung (Zitat!):
"Zudem handelt es sich bei der Leine um ein Fließgewässer. Daher ist anzunehmen, dass die Fische, die im südlichen Bereich gefangen werden könnten, ebenso im nördlichen Bereich gefangen werden können," (der nördliche Bereich ist für die sonstige Angelnutzung ganzjährig freigestellt)

BESCHRÄNKUNG FISCHEREILICHE HEGE (BESATZ, MONITORING, etc) (S. 118):
„Das Befahrensverbot für den Freizeitsport (Hobbyangeln) innerhalb des NSG ist erforderlich und angemessen.“
Hier wird das Angeln und die fischereiliche Hege komplett verwechselt / in einen Topf geworfen.

SCHUTZ DER ÄSCHE (S. 115): Laut Region Hannover nicht nötig. Zitat: "Die erwähnte Äsche ist in diesem Schutzgebiet kein Erhaltungsziel."

AKTION FISCHOTTERSCHUTZ PRO ANGLER (S. 234):
Wieder einmal stellen sich die Experten aus Hankensbüttel hinter die Angler und bescheinigen:
„Bezüglich der Einschränkung des Nachtangelns halte ich ein Verbot von Gemeinschaftsangeln (z.B. Annageln, Königsangeln etc.) für den Schutz von Biber, Fischotter und Teichfledermaus für ausreichend. So vertrat auch die Aktion Fischotterschutz e. V. die Meinung, dass eine verantwortungsvolle Naturnutzung durch Angler keine maßgebliche Störung für Otter erwarten lässt. Dieses trifft auch auf das verantwortungsvolle Nachtangeln zu.“
DANKE DAFÜR!

REGIONSVERSAMMLUNG:
Die CDU, die uns auch auf Landesebene immer wieder versichert, wie sehr sie unsere Anliegen versteht und unterstützen wird, ist hier schändlich eingeknickt und hat die Schutzgebietsverordnung befürwortet - genauso wie die Vertreter der SPD.
Einzig der Vertreter der FDP hat im Sinne der Angler GEGEN die Schutzgebietsverordnung gestimmt und ist dafür sogar in die Bütt gegangen.
Hier der link zur Regionsversammlung.

DAS SOLLTEN SIE TUN:
Sagen Sie Ihren Regionspolitikern, was Sie von deren Abstimmungsverhalten halten und fragen Sie sie, mit welcher Begründung sie ihre Stimme FÜR diesen Verordnungsentwurf abgegeben haben!
Schreiben Sie sie an mit der Bitte um Antwort, per email, auf ihren Facebook und Instagram Profilen, ruft sie und ihre Büros an!

DAS TUT DER AVN:
Wir haben uns vorgestern juristisch beraten lassen. Alles läuft darauf hinaus, dass wir oder die unmittelbar betroffenen Vereine die Verordnung beklagen werden.
Darüber und über weitere Schritte werden wir alsbald berichten.

Foto: M. Emmrich

2020 10 09 NSG Leine MEmmrich

07.10.2020

Wir müssen den Besatz noch steigern!

Klare Ansage im Rahmen der Tagung der "Aalinitiative" (IFEA). Mehr als 70 Wissenschaftler, Fischzüchter, Gewässerökologen und Mitglieder kamen bereits im März in Potsdam zusammen, um aktuelle Forschungsergebnisse auszutauschen und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten. Der Tagungsbericht liegt jetzt online vor.
Steigende Preise für Glasaale, nach wie vor immense Probleme mit geschmuggelten Aalen und immer noch unterirdisch schlechte Zahlen bei abwandernden Blankaalen im Nordseeraum - die Herausforderungen beim Aalschutz haben sich nicht verändert.
Als Nutzer sind gerade auch wir Angler gefordert, weiter einen Beitrag zu leisten. Vereine können die finanzielle Unterstützung seitens des Landes Niedersachsen und der EU in Anspruch nehmen und sollten weiter intensiv besetzen.
Denn auch das ist ein Fazit der Wissenschaftler: Besatz funktioniert! Erstmals seit Jahrzehnten beobachten sie in einigen Flusssystemen einen positiven Trend in der Bestandsentwicklung.
Gut investierte 5 Minuten: Sonderdruck im "Fischmagazin" mit allen Fakten auf deutsch.


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