29.05.2019

...und Beschränkungen für Besatz

In einer Stellungnahme vom 19. Mai zur Novelle der niedersächsischen Aalverordnung fordern die Verbände nicht nur ein Fangverbot auch in Binnengewässern, nein, auch der Besatz soll nur noch als reine Naturschutzmaßnahme und in unbefischten Gewässern möglich sein!

Zitat:
"Weiterhin muss die Sterblichkeit von Aalen durch Angler*innen und Berufsfischer*innen in Binnengewässern reduziert werden

Daher halten wir ein Aal-Fangverbot sowohl in Binnengewässern als auch im Küstenmeer für erforderlich, bis sich der Bestand des Aals deutlich erholt hat …"

Die Stellungnahme stammt aus dem LABÜN, dem "Landesbüro für Naturschutz".
LABÜN, kennen Sie nicht? Klingt wie ein Repräsentantenhaus aller Naturschutzverbände in Nds.?
Leider nein, es sind dort nämlich tatsächlich nur vier anerkannte Naturschutzverbände vertreten: NABU, BUND und zwei weitaus kleinere.
Vordringliche Aufgabe der MitarbeiterInnen: Das Verfassen von Stellungnahmen zu Naturschutzvorhaben mit landesweiter Bedeutung.

350.000 EURO / Jahr lässt sich das Ministerium für Umwelt diese Einrichtung kosten - seit Jahren.

Der AVN erfuhr durch Zufall von der Existenz des Büros. 2017 forderte der Anglerverband daher die Landesregierung anlässlich der bevorstehenden Landtagswahlen auf, diese einseitige Bevorteilung einzustellen oder Anglern und Jägern ein eigenes "LABÜN" zu finanzieren.

Die Regierungsparteien haben uns genau das zugesichert. Stichwort: Koalitionsvertrag.
Auch die Ministerien (Umwelt / Landwirtschaft) im persönlichen Gespräch 2018.
Ergebnis: lässt auf sich warten.

In Sachen Aal hält der AVN dagegen - mit einer eigenen Stellungnahme, die Sie hier herunterladen können.

Dort finden Sie auch die Forderungen des AVN an die Landesregierung vom 22.08.2017 zum Download.

Beim Thema LABÜN sind wir nach wie vor am Ball und unterrichten Sie gerne, sobald es dazu Neuigkeiten gibt.

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Besatz mit Farmaalen in der Weser, Foto: F. Möllers / AVN

28.05.2019

Rückblick auf ein heißes Jahr

Heiß in mehrfacher Hinsicht:
Das AVN-Team bekam eine Flut von Entwürfen für Schutzgebietsverordnungen zur Stellungnahme vorgelegt. Viele davon enthielten Forderungen zu Beschränkungen des Angelns, Einschränkungen der fischereilichen Hege oder gar komplette Angelverbote.

Darüber hinaus war es aber natürlich die immense Trockenheit, die zahlreiche Kleingewässer austrocknen ließ und örtlich zu erheblichen Biodiversitätsschäden führte - bedrohte Kleinfische wie Groppen, Steinbeißer, Bachschmerlen, Elritzen und zahllose Wirbellose Tiere fielen dem Hitzesommer 2018 zum Opfer.

Mitunter gab es spontane Fischberge-Aktionen wie in Ostfriesland, vielerorts standen unsere Vereine dem Sterben aber weitgehend hilflos gegenüber. Zum Jahresende kam es in der Stader Geest zu massiven Fischsterben, über deren Ursache lange gerätselt wurde. Wie sich herausstellen sollte, waren auch sie ein Vermächtnis der Trockenheit in den Sommermonaten.

Der AVN hat das zum Anlass genommen, einen langen Beitrag zu verfassen, der sich mit dem Phänomen Hitze und Trockenheit und ihren Auswirklungen aus aquatsische Lebensräume am Beispiel des Sommers 2018 auseinandersetzt. Er beruft sich auf aktuelle Forschungsergebnisse und Geschehnisse an den Gewässern in Niedersachsen und zeigt auf, was in Zukunft auf unsere Fische und Gewässer zukommt und wie wir unsere Bewirtschaftungsmethoden dem Klimawandel anpassen müssen.

Baggersee, Kormoranverordnung, Aalbesatz und Artenschutzprojekte sind weitere Themen im Bericht.
Wir laden Sie herzlich ein, sich das PDF-Dokument (4 MB) hier herunterzuladen und wünschen eine interessante Lektüre.

Collage: AVN

GB2018 Titel collage

25.05.2019

500 Besucher auf der AVN-Teichanlage

Anlässlich des "Europäischer Tag der Parke" am vorvergangen Sonntag präsentierte der AVN einige seiner Artenschutzprojekte der Öffentlichkeit. Die Teichanlage des Verbandes in Poggenhagen liegt im "Naturpark Steinhuder Meer".
Kinder und Erwachsene staunten nicht schlecht über Raritäten wie Quappe, Karausche, Edelkrebs und Aal.
AVN-Verbandsbiologe Dr. Matthias Emmrich und Projektmitarbeiter René Focke führten die Besucher herum und stellten die tierischen Bewohner der Anlage vor. Begleitet wurde die Veranstaltung von einem lauten Froschkonzert dutzender Teichfrösche, und sogar eine Ringelnatter präsentierte sich dem Publikum.

Hier einige Eindrücke.

Alle Fotos: © Dr. M. Emmrich & R. Focke / AVN

ME TeichanlageBesucher DSC 0589 Kopie

ME Edelkrebs blau DSC 0557

ME Karausche DSC 0575

ME Teichfrosch DSC 0668

21.05.2019

Zwingende Gründe für Verbote nicht vorhanden 

"Pütten" sind kleine Abbaugewässer, die in den letzten Jahren im Zuge des Deichbaus in großer Zahl entlang der Oste entstanden sind. Obwohl die Pütten sehr fischreich sind, wurde bisher das Angeln behördlicherseits fast immer untersagt.

Zu geplanten Angelverboten an fünf neuen Pütten (30 ha) im Landkreis Stade & Cuxhaven hat der AVN kritisch Stellung bezogen und am 25.4. auf einem Erörterungstermin seine Argumente vorgetragen.
Dabei bestätigte der NLWKN Stade als verfahrensführende Genehmigungsbehörde die Kritik des AVN:
Zwingende Gründe für ein Angelverbot an den fünf neuen Pütten seien nicht vorhanden; Fischereirechte dürften durch das Nutzungskonzept nicht eingeschränkt werden.
Das Protokoll des Treffens untermauert jetzt diese Aussage.

Das auch auf Grundlage eines Runderlasses aus dem Ministerium für Unwelt (Runderlass Nr. 6.10 d. MU vom 3.1.2012- 5422442/1/1):

„Eine Einschränkung der fischereilichen Nutzung ist im Rahmen von Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen nur dann möglich, wenn das Ausgleichs-und Ersatzkonzept dies -auch unter Berücksichtigung gewässerökologischer Erkenntnisse -unbedingt erfordert. Die Entscheidung über Kompensationsmaßnahmen ist aus den Beeinträchtigungen der betroffenen Schutzgüter abzuleiten. Eine Einschränkung der fischereilichen Nutzung nur zur Reduzierung des Kompensationsflächenbedarfs ist damit nicht zulässig.“

Ein toller Erfolg und ein wichtiger Präzedenzfall, denn in den nächsten Jahren werden im Rahmen des Ausbaus der Ostedeiche zahlreiche weitere Pütten entstehen, die dann hoffentlich ebenfalls beangelt werden dürfen.

Für die "alten" Pütten gelten leider nach wie vor erhebliche Beschränkungen des Angelns.

Danke an die Ostepachtgemeinschaft II und die Fischereigenossenschaft II für die Unterstützung!
Die AVN-Stellungnahme können Sie hier herunterladen.

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08.05.2019

Verbände übergeben 375.648 Unterschriften

Im Rahmen der Umweltministerkonferenz in Hamburg übergaben deutsche Vertreter der Gewässerallianz #ProtectWATER heute Mittag symbolisch 375.648 Unterschriften an Staatssekretär Jochen Flasbarth / BMU (3. von rechts).
Soviele Menschen hatten sich in der drittgrößten Konsultation der EU-Geschichte für den Erhalt der Wasserrahmenrichtlinie ausgesprochen.
Es gab berechtigte Befürchtungen, dass Lobbyisten Europas schlagkräftigstes Instrument zur Herstellung eines ökologisch guten Erhaltungszustandes unserer Gewässer aushebeln oder aufweichen wollten.

"Wir fordern das deutsche Umweltministerium auf, sich auf der Konferenz der Europäischen Umweltminister am 21./22. Mai 2019 in Bukarest gegen eine Änderung und für eine bessere Umsetzung des europäischen Wasserrechts einzusetzen“, so das Bündnis der Umweltverbände und weiter, „Umweltministerin Schulze muss sich auf EU-Ebene deutlich gegen die Öffnung und damit Aufweichung der WRRL einsetzen. Gewässerschutz ist Daseinsvorsorge und dafür braucht es mehr Geld, mehr Personal und den politischen Willen, politikübergreifend zusammen zu arbeiten und die praktische Umsetzung vor Ort angemessen durchzusetzen sowie auf Verstöße etwa durch Industrie Landwirtschaft oder fehlende Durchgängigkeit zu reagieren“.

Flasbarth bestätigte, dass sich die Bundesregierung auf Europaebene ohne wenn und aber für den Erhalt der WRRL aussprechen werde. Unterstützung bekam er von Umwelt-Staatsrat Michael Pollmann, Hamburg. Man wolle die Statuten der WRRL auch auf Länderebene auf keinen Fall verwässern.

Der AVN ist offizieller Partner der Allianz, Pressesprecher Florian Möllers war bei der Übergabe vor Ort.
Die Pressemitteilung können Sie hier herunterladen.

Auf dem Foto von links nach rechts:
Malte Siegert / NABU HH, Ilka Dege / DNR, Michael Pollmann / HH, Beatrice Claus / WWF, Prof. Dr. Diana Pretzell / WWF, Laura von Vittorelli / BUND, Jochen Flasbarth / BMU, Florian Möllers / AVN, Alexander  Porschke / NABU

Foto & ©: Mike SCHAEFER

WWF Unterschriftenuebergabe 7 MikeSCHAEFER