Aktuelles

25.03.2016

Eine Chance für die Äsche

Am Gründonnerstag trafen sich Projektleiter Dr. Matthias Emmrich und Salmonidenexperte Ralf Gerken, beide Mitarbeiter des LSFV, zum Elektrofischen mit Anglern des Fischereiverein Einbeck e.V.

Matthias Emmrich: "Äschenbestände in ganz Deutschland sind in den vergangenen 15 Jahren massiv durch Kormorane dezimiert worden. Bis vor wenigen Jahren fanden wir nur noch wenige sehr große Fische, viele mit typischen Verletzungen durch Kormoranschnäbel. Mittlere Größen zwischen 20 und 35 cm, das Idealmaß für den Kormoran, fehlten praktisch komplett." Der Bestandsexplosion des Kormorans nach seiner völligen Unterschutzstellung Anfang der 1980er Jahre hätten die Äschenbestände in Mitteleuropa nichts entgegenzusetzen gehabt, erläutert Emmrich.
Weitere Ursachen für die aktuelle Gefährdung seien die vielen Querbauwerke, die Laichwanderungen verhindern sowie die gestiegene Belastung von Fließgewässern mit Nährstoffen aus der Landwirtschaft. Kieslaichplätze veralgten und würden unbrauchbar für die Äsche. Zuviel Nitrat lasse ihre Brütlinge sterben.

Für das "Artenschutzprojekt Äsche" des LSFV fingen die engagierten Äschenfans jetzt 30 laichfähige Elterntiere.
Mit Unterstützung eines Fischzüchters aus dem Bereich Soltau soll ein lokalgenetisch angepasster Zuchtstamm für die "Produktion" von Besatzfischen für das Leinesystem herangezogen werden.
Siehe auch den Bericht vom März 2015.

Zur Pressemitteilung vom 25.03.2016 gelangen Sie hier (PDF).
Die Äsche genießt in Niedersachsen höchste Schutzpriorität (FFH-Art, Rote Liste 2 = stark gefährdet) - hier Information zur Gefährdungs- und Bestandssituation vom LAVES (PDF).

Und schließlich einige Eindrücke vom Elektrofischen in Einbeck.