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06.05.2019

Zustimmung, aber auch scharfe Kritik

20 Millionen Jungaale haben Angler und Fischer in Niedersachsen seit 2011 besetzt!
Allein 3,5 Millionen Glasaale waren es bislang seitens des AVN und seiner Mitgliedsvereine im laufenden Jahr.
Dass nach diesem erheblichen finanziellen und ehrenamtlichen Aufwand der Angler für die Erfüllung der Aalbewirtschaftungspläne eine maßvolle Nutzung der Bestände nach wie vor möglich sei, begrüßt der AVN in seiner Stellungnahme ausdrücklich. Wäre ein Fangverbot ausgesprochen worden, hätte das die Besatzaktivitäten der Angler mit Sicherheit fast vollständig zum Erliegen gebracht, so die Einschätzung des Verbandes.

Der AVN kritisiert dagegen, dass die Niedersächsische Aalverordnung (NAalVO) sich nicht an die Hauptschadensverursacher und die maßgeblichen Schadeinflüsse richte.
Das seien nicht etwa die Erwerbsfischer, deren Fänge seit Jahren rückläufig sind, sondern allen voran die Wasserkraft.
20% der jährlich zum Laichgeschäft abwandernden Blankaale werde laut einer Studie des LAVES für das Flusseinzugsgebiet Weser durch Wasserkraftanlagen getötet. Neue Studien der Tierärztlichen Hochschule Hannover legen nahe, dass darüber hinaus eine erschreckend hohe Zahl derjenigen Fische (rund 50%), die die Turbinen passieren, massive Schäden an der Wirbelsäule davonträgt. Große Weibchen würden überproportional stark geschädigt, ihre Schwimmfähigkeit erheblich eingeschränkt.
Übergangen würden auch die mehr als 4.300 Querbauwerke, von denen allein 335 in überregionalen Wanderrouten liegen und die Wanderungen von Fischen und anderen Wasserorganismen nahezu unmöglich machten.
Und schließlich werde auch die Prädation durch Kormorane nicht erwähnt, die nachweislich einen deutlichen Einfluss auf den Aal habe. Verluste durch Prädation etwa für Tiere zwischen 21 cm und 26 cm Länge seien aus ähnlichen Gewässern bestätigt.
"Diese Zahlen und Fakten müssen zwingend als Hauptverursacher der Sterblichkeit für den Aal in Niedersachsens Gewässern genannt werden", fordert Ralf Gerken, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim AVN und dort zuständig für die Koordination des jährlichen Aalbesatzes.

Aus diesen Mängeln leitet der AVN sechs konkrete Forderungen für eine Neuformulierung der NAalVO ab.
Diese können Sie im Originaldokument nachlesen, das hier zum download bereitsteht.


FMO 190320 231644

Foto: © Florian Möllers