23.10.2020

Kleinfische schützen? Klar! Aber wie - und wo?


Der ASV Luthe von 1969 e.V. macht's vor:
Gefördert von der HIT Umwelt- und Naturschutzstiftung GmbH sollten fast 7.000 Karauschen (Rote Liste 2) besetzt werden.
Aber nicht nur in Vereinsgewässer, sondern in Regenrückhaltebecken in Hannover und Garbsen.
Die Stadtentwässerung Hannover war auf Anfrage bereit, solche Kleingewässer zur Verfügung zu stellen.
Das Ziel: Vermehrung von Fischen aus dem Aller-Leine-Weser Stamm zur genetischen Sicherung und Abgabe von Jungfischen für Wiederansiedlungsmaßnahmen anderer Vereine.
Nach ausgiebigem Elektrofischen durch den AVN in mehreren Becken, blieben zwei ohne "Fremdfische" (z.B. Giebel, Goldorfe, Koi...) übrig.
Der Clou: Die Gewässer sind umzäunt. Das macht es wohlmeinenden Teichfischbesitzern schwer, ihre Schützlinge dort zu "entsorgen".

Tolles Projekt, Nachahmung unbedingt empfohlen!

Fotos: © ASV Luthe von 1969 e.V.

2020 10 23 ASV Luthe Karauschenbesatz 2
2020 10 23 ASV Luthe Karauschenbesatz

12.10.2020

AVN zur Anhörung im Landtag

AVN-Präsident, Werner Klasing, und unser Gewässerschutzexperte, Ralf Gerken, hatten ein umfangreiches Positionspapier im Gepäck zur Anhörung beim Umweltausschuss im Nds. Landtag.

Darin begrüßen wir einerseits den Gesetzesentwurf zum Niedersächsischen Weg, machen aber genauso klar, dass er beim Thema Fischarten- und Gewässerschutz noch große Lücken hat.

Zwei Themen beschäftigen uns besonders:

Wasserkraft
In der Präambel zum Nds. Weg taucht der Begriff auf, konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie der EU sucht man aber im Gesetzesentwurf vergeblich.Der AVN hat konstruktive Vorschläge formuliert, deren Umsetzung zur Zielerreichung der EU-Vorgaben bis 2027 maßgeblich beitragen würde.
Darunter auch die Forderung, dass sämtliche Wanderhindernisse an überregionalen Fischwanderrouten beseitigt werden müssen und eine Wasserkraftnutzung an diesen Gewässern zu unterbleiben hat.
130.000 km neue Randstreifen
Die Einrichtung von Randstreifen ohne Düngung und Pestizideinsatz auch an Gewässern 3. Ordnung (3m) ist ein Meilenstein für den Gewässer- und Fischartenschutz!
Es bedarf aber einer erheblichen Personalausstattung, um auch den Vollzug zu gewährleisten. Der ist aktuell schon bei den Gewässern 2. Ordnung nicht gegeben. Hier fordert der AVN die Landesregierung auf, die notwendigen Sach- und Personalmittel in der Fläche und in vollem Umfang bereitzustellen.

08.10.2020

Region Hannover tritt Sachargumente und Demokratie mit Füßen!

 
AVN wird Klage der Betroffenen Vereine unterstützen
 
Das NATURA2000 Gebiet "NSG Leineaue zwischen Hannover und Ruthe" kommt, und zwar nahezu unverändert: dank der Stimmen der CDU und der SPD!
Unten stehende Argumente wurden den Politikern unter anderem vorgelegt, um zum Beispiel die fachlichen Einwände der ausführlichen AVN-Stellungnahme (S. 90 - 181) abzulehnen:

NACHTANGELVERBOT (S. 33 ff.): Als Kronzeuge für das Verbot im südlichen Bereich des Gebietes wird der Kommentar eines Anglers in einem privaten Online-Angelforum angeführt, der sich nicht ohne Ironie als "Fledermaushasser" ausgibt, weil sich Fledermäuse in seinen Schnüren verfangen.
Weitere Begründungsansätze ja, aber fachlich nicht nachvollziehbar.

ANGELVERBOTE (S. 141 f.): Die vom Umweltministerium formulierte Forderung, dass fischereiliche Einschränkungen in NGSs „vom Schutzzwecke her unbedingt erforderlich“ sein müssen, wird von der Region als „unzutreffend“ abgehandelt.

ANGELVERBOTE (S. 158) an Teilen der Leine allgemein, überaus kreativer Teil der Begründung (Zitat!):
"Zudem handelt es sich bei der Leine um ein Fließgewässer. Daher ist anzunehmen, dass die Fische, die im südlichen Bereich gefangen werden könnten, ebenso im nördlichen Bereich gefangen werden können," (der nördliche Bereich ist für die sonstige Angelnutzung ganzjährig freigestellt)

BESCHRÄNKUNG FISCHEREILICHE HEGE (BESATZ, MONITORING, etc) (S. 118):
„Das Befahrensverbot für den Freizeitsport (Hobbyangeln) innerhalb des NSG ist erforderlich und angemessen.“
Hier wird das Angeln und die fischereiliche Hege komplett verwechselt / in einen Topf geworfen.

SCHUTZ DER ÄSCHE (S. 115): Laut Region Hannover nicht nötig. Zitat: "Die erwähnte Äsche ist in diesem Schutzgebiet kein Erhaltungsziel."

AKTION FISCHOTTERSCHUTZ PRO ANGLER (S. 234):
Wieder einmal stellen sich die Experten aus Hankensbüttel hinter die Angler und bescheinigen:
„Bezüglich der Einschränkung des Nachtangelns halte ich ein Verbot von Gemeinschaftsangeln (z.B. Annageln, Königsangeln etc.) für den Schutz von Biber, Fischotter und Teichfledermaus für ausreichend. So vertrat auch die Aktion Fischotterschutz e. V. die Meinung, dass eine verantwortungsvolle Naturnutzung durch Angler keine maßgebliche Störung für Otter erwarten lässt. Dieses trifft auch auf das verantwortungsvolle Nachtangeln zu.“
DANKE DAFÜR!

REGIONSVERSAMMLUNG:
Die CDU, die uns auch auf Landesebene immer wieder versichert, wie sehr sie unsere Anliegen versteht und unterstützen wird, ist hier schändlich eingeknickt und hat die Schutzgebietsverordnung befürwortet - genauso wie die Vertreter der SPD.
Einzig der Vertreter der FDP hat im Sinne der Angler GEGEN die Schutzgebietsverordnung gestimmt und ist dafür sogar in die Bütt gegangen.
Hier der link zur Regionsversammlung.

DAS SOLLTEN SIE TUN:
Sagen Sie Ihren Regionspolitikern, was Sie von deren Abstimmungsverhalten halten und fragen Sie sie, mit welcher Begründung sie ihre Stimme FÜR diesen Verordnungsentwurf abgegeben haben!
Schreiben Sie sie an mit der Bitte um Antwort, per email, auf ihren Facebook und Instagram Profilen, ruft sie und ihre Büros an!

DAS TUT DER AVN:
Wir haben uns vorgestern juristisch beraten lassen. Alles läuft darauf hinaus, dass wir oder die unmittelbar betroffenen Vereine die Verordnung beklagen werden.
Darüber und über weitere Schritte werden wir alsbald berichten.

Foto: M. Emmrich

2020 10 09 NSG Leine MEmmrich