Ja, was lebt denn da? Angeljugend übernimmt biologische Gewässergütebestimmung an der Wipperau

Mittels Kleintierbestimmung sollen die Auswirkungen des Wehrumbaus in Oldenstadt ermittelt werden

Pressemitteilung, Uelzen, 21.09.2025 | Die Jugendgruppe des Angelsportvereins „Stip in“ zu Oldenstadt von 1970 e. V. traf sich am 16.09.2025 zur Kleintierbestimmung an der Oberen und Unteren Wipperau. Die Jugendlichen nahmen die kleinen Wasserlebewesen unter die Lupe, weil das Vorkommen oder Fehlen der sogenannten Zeigertierchen Rückschlüsse auf die Gewässerqualität ermöglichen. Da der Fluss durch ein Wehr geteilt wird, unterscheiden sich seine Abschnitte ober- und unterhalb der Stauanlage in ihrer Beschaffenheit und Artenvielfalt erheblich. Das konnten die Jungangler und -anglerinnen in ihrer Untersuchung bestätigen. Der Angelverein begrüßt, dass die Wehranlage an der Südseite künftig umgestaltet werden soll: In ein sogenanntes Raugerinne, das Fischen und kleinen Wasserbewohnern künftig ermöglicht, den Höhenunterschied zu überwinden. Die Anglerinnen und Angler vermuten, dass sich die Sanierung insgesamt positiv auf die Gewässergüte auswirken wird. Darum werden sie nach dem Umbau wiederkommen und die Ergebnisse mit den jetzigen vergleichen.

Den deutlichen Unterschied zwischen der Oberen -und Unteren Wipperau kann man zurzeit schon mit dem bloßen Auge erkennen. Im oberen Bereich fließt das Wasser sehr langsam und träge Richtung Mühlenteich und dem dort vorhandenen Wehr. Das Wasser ist sehr dunkel und der Boden stark mit einer dicken dunklen Schicht bedeckt. Das steht im krassen Gegensatz zum Bereich unterhalb des Wehrs: Die Strömungsgeschwindigkeit ist hier deutlich höher, das Wasser ist sehr klar, und der Boden hat teils sandige und steinige Abschnitte. Auch beim Leben unter Wasser ist hier mehr los: Bei den Proben, die die Jugendlichen mit handelsüblichen Mitteln an verschiedenen Stellen im Wasser entnahmen, fanden sie im unteren Flussteil eine deutlich höhere Anzahl von Kleinstlebewesen als im oberen. Eintagsfliegenlarven, Libellenlarven, Bachflohkrebse und Kriebelmückenlarven konnten die jungen Anglerinnen und Angler hier entdecken. Oberhalb des Wehrs befanden sich vor allem Schlamm und Steine im mitgebrachten Sieb. Ein gleiches Bild zeichnete sich in den Ufer- und Wasserpflanzenbereichen ab. Eine anschließende Bestimmung der Gewässergüte machte auf dem Papier sichtbar, was man mit dem bloßen Auge erkennen kann: Die Lebensbedingungen im unteren Bereich der Wipperau sind offensichtlich günstiger für unsere Wasserbewohner.

Das Wehr in Oldenstadt ist ein künstliches Hindernis für Fische und Kleinstlebewesen. Darum freut sich der örtliche Angelverein, dass ein Raugerinne als Fischaufstiegsanlage gebaut werden soll. Davon dürften wohl alle Lebewesen im und am Wasser profitieren – so die Hoffnung des Vereins, der den Flussabschnitt gepachtet hat. Doch wie sich das Bauvorhaben aus Sicht der Angler später entwickelt, bleibt abzuwarten. Die gesammelten Kleintiere wurden nach ihrer Bestimmung wieder in ihren natürlichen Lebensraum entlassen. Nach den Umbaumaßnahmen wollen die Mitglieder der Jugendgruppe erneut an denselben Stellen ihre Proben entnehmen, um festzustellen, wie sich der Lebensraum vor allem im oberen Bereich der Wipperau für unsere Wasserbewohner verändert hat.

Über den Angelsportverein „Stip in“ zu Oldenstadt von 1970 e.V.

Der Oldenstädter Angelsportverein befindet sich im Landkreis Uelzen. Unsere aktuellen Gewässer sind der Oldenstädter See, der Oldenstädter See Nord, der Klein Liederner Bach, der Elbe-Seitenkanal und die Obere und Untere Wipperau. Wir haben eine aktive Jugendgruppe und freuen uns immer über neue Mitglieder.

Kontakt

www.asv-stipin-oldenstadt.de