
Bereits im Mai 2024 hatte der Angelsportverein Wolfenbüttel zwei schwimmende Inseln auf dem Wolfenbüttler Stadtgraben installiert. Die bepflanzten floßähnlichen Gebilde sollen gleich mehrere Funktionen für die Artenvielfalt über und unter Wasser, den Fischschutz und die Wasserqualität erfüllen. Der AVN war bei der Projektplanung und Erfolgsmessung involviert. Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung (NUB) förderte das Vorhaben. Nun wurde es von der NUB zum Projekt des Monats ausgezeichnet. Der AVN gratuliert!
Wirkung über Wasser
Die Inseln sind mit Feuchtpflanzen bepflanzt. Über Wasser bietet die Blütenpracht aus Blutweiderich, Sumpfschwertlilie und Sumpfdotterblume zahlreichen Fluginsekten Nahrung. Seitlich sind Rast- und Nistmöglichkeiten für Wasservögel wie Teich- und Blässrallen angebracht, die gut angenommen werden.
Wirkung unter Wasser
Die Wurzeln der Pflanzen ragen ins Wasser. Das ist ein Schutz für viele dort lebende Insektenlarven (wie Libellenlarven), vor allem jedoch für junge Fische. Am Stadtgraben fehlen gut strukturierte Ufer fast komplett, was sich auch auf den Fischbestand nachteilig auswirkt.
Schutz von Jungfischen
Ein engmaschiger Netzkäfig, der das Wurzelwerk umschließt, gibt zusätzlichen Schutz: Kleine Beutefische passen hindurch, große Raubfische, Kormorane und andere gefräßige Räuber werden abgehalten. Das reduziert das Risiko, im Winter gefressen zu werden und bietet auch sonst eine Ruhezone in der Winterzeit, wenn Wasserpflanzen abgestorben sind.
Nährstoff-Filter
Die ins Wasser reichenden Wurzeln der Sumpfpflanzen entziehen dem Wasser Stickstoff und Phosphor. Einmal im Jahr vor dem Winter wird der Bewuchs gemäht und die Pflanzenmasse entfernt – wodurch der Nährstoffgehalt des überdüngten Gewässers reduziert wird.
Das Beispiel zeigt erneut, dass anglerisches Engagement wirkt: Draußen in der Natur, aber auch mitten in der Stadt, für Angler und Nicht-Angler, Fische und andere Arten.