
Aus diversen Regionen erreichen uns Meldungen von trockenfallenden Bächen und Gräben und extremem Niedrigwasser in kleinen Flüssen und Kanälen. Anfragen nach Fischbergungen überschneiden sich mit Hinweisen zu Fischsterben. Niedersachsenweit fehlen für den Monat Juli im Durchschnitt gut 40% des Niederschlages. Im Westen sogar bis zu 75% (verbreitet Regenmengen < 15 mm).
Fischsterben vermeiden – Fische bergen und umsetzen
Wir haben deshalb beim LAVES, Dezernat Binnenfischerei, eine erneute Sonderregelung für die Bergung und das Umsetzen von Fischen in Notfallsituationen und zur Vermeidung von Fischsterben erwirkt.
Die findet ihr hier zum download. Bitte aufmerksam lesen!
Die Regelung gilt bis zum 31.10.2026
Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an die Fischexperten im LAVES!
Bei Verdacht auf Fischsterben: Fischbergungen anmelden!
Bitte beachten:
Eine eBefischung und Fischbergung/Umsetzungsaktion zur Vermeidung von Fischsterben muss beim LAVES IM VORFELD! telefonisch oder per Email angemeldet werden.
Diese Sonderregelung gilt ausschließlich für Notsituationen und „ist nicht gleichbedeutend mit einer grundsätzlichen Befreiung von genehmigungspflichtigen Tatbeständen“!
Alles weitere entnehmt ihr bitte der LAVES-Information.
Angebot 1:
Wenn ihr euch unsicher seid, nicht wisst, wie ihr mit der Situation vor Ort umgehen sollt:
Sprecht uns an!
Thema Beschattung:
Wenn ihr dieses superwichtige Thema noch nicht auf der Agenda habt für eure Gewässer, meldet euch bei uns. Aktuelle Studien belegen den enormen Wert für die Temperaturstabilität in euren Gewässern und sind mittelfristig ein MUSS für das Erreichen der Zielvorgaben von FFH- und Wasserrahmenrichtlinie – und für den Erhalt gesunder Fischbestände.
Beispiel dazu:
Ende Juni sammelte AVN-Gewässerexperte Ralf Gerken im Wümme-Einzugsgebiet Daten zu Wassertemperatur und Sauerstoffsättigung.
Das Ergebnis war erschreckend und eindeutig:
Bäche – Salmonidengewässer – ohne ausreichende Beschattung, womöglich mit Mühlen- oder Fischteichen im Oberlauf, hatten teilweise über 25°C Wassertemperatur.
Das ist gerade für kälteliebende Arten wie Koppe, Elritze, Quappe, Bachforelle und viele mehr der absolute Grenzbereich, bzw. schon weit darüber.
Wichtig zu wissen: Die Sauerstoffwerte sind oft noch ausreichend!
Aber hohe Wassertemperaturen führen geringen Abflussmengen bei vielen Arten zu Kreislauf- und Organversagen.
Beschattete Gewässer ohne Anbindung an Stauteiche dagegen lagen mit ihren Temperaturen teils bis zu 10°C darunter, z. B. die Ruschwede mit 15,9°C.
Angebot 2:
Wenn ihr hochwertige und einfach zu bedienende Messtechnik für die wichtigsten Wasserparameter anschaffen wollt, unterstützen wir euch gerne bei der Einwerbung von Fördermitteln! Viele unserer Vereine haben davon schon profitiert und können so ihre Gewässer viel besser einschätzen und Schadereignisse wie Fischsterben rechtzeitig erkennen und vielleicht sogar verhindern.
Wir verlinken hier auch noch mal den AVN-Faktencheck „Hitze, Fische & Gewässer“.
Es gibt leider nicht viel, was ihr tun könnt, aber bleibt bitte aufmerksam und behaltet eure Kleingewässer im Blick!
Sonst tut das keiner.